Dr. Jan Redmann - Der Mensch hinter der Politik
Shownotes
Politiker erleben wir meist am Rednerpult, im Fernsehen oder in hitzigen Debatten. Dr. Jan Redmann ist in Wittstock an der Dosse aufgewachsen. Als waschechter Brandenburger kennt er die Menschen, ihre Mentalität und ihre Themen. Heute trägt er als Minister des Innern und für Kommunales sowie stellvertretender Ministerpräsident Verantwortung für Brandenburg.
Heute geht es aber nicht um das Amt, sondern um den Menschen dahinter. Wer ist Jan Redmann, wenn Politik einmal Pause hat?
Wir sprechen über seine Kindheit, seinen Weg vom Juristen in die Politik, über sein Coming-out und seine Familie. Natürlich geht es auch um seine E-Scooter-Fahrt im Sommer 2024. Ein Thema, das er inzwischen oft selbst mit einem Augenzwinkern aufgreift. Gleichzeitig sagt er ganz klar: Auch Politiker sind nicht davor gefeit, Fehler zu machen. Entscheidend ist, wie man danach damit umgeht.
Wir sprechen aber auch über die andere Seite seines Berufs. Über Entscheidungen, die man nicht einfach im Büro zurücklässt. Über Nachrichten, die einen bis in die Nacht begleiten. Und über die Frage, wie gut ein Innenminister eigentlich schläft, wenn er Verantwortung für ein ganzes Bundesland trägt.
Ich kann Euch jetzt schon sagen: Wir haben viel gelacht. Jan Redmann ist schlagfertig, nimmt sich selbst nicht zu wichtig und hat bei unseren Schnellfragerunden richtig abgeliefert. Selbst seine Schwäche beim Fußball kommt auf den Tisch.
Freut Euch auf ein sehr persönliches Gespräch mit Jan Redmann. So offen und persönlich erlebt Ihr ihn nur selten.
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00:00:00: Der erste Berufswunsch, der bei uns dokumentiert ist, ist Chef der Neuropiner Feuerwehr.
00:00:05: In Neuroppin gibt es ein Feuerlöscherwerk.
00:00:08: Also die Feuerlöscher herstellen.
00:00:09: deshalb stand auf allen Feuerlölchern in der Schule und so immer Neuroppinen drauf.
00:00:13: Und ich dachte das muss die größte Feuerwehr sein, die es überhaupt gibt weil überall steht NeuROPINEN drauf ja?
00:00:19: Deshalb war für mich klar du musst Chef der NEUROPPINER Feuerwehr werden... ...und dann kam schon Anwalt rein über Liebling-Kreuzberg.
00:00:27: Der
00:00:28: hat ja immer nur mit Leuten irgendwie gequatscht.
00:00:32: Einen getrunken, irgendwelche Freundinnen gehabt und so... Ich dachte, geil ist das Leben!
00:00:36: Das
00:00:36: will ich auch!
00:00:37: So wie der!
00:00:38: Ja?
00:00:39: Das ist doch gut!
00:00:41: Also ich habe mal auf großen Wunsch meines Vaters hin angefangen Fußball zu spielen in der C-Jugend beim FK Hansa Wittstock Und mein Vater hat dann bei dem Training sich im Wald versteckt und hat dieses Training beobachtet.
00:00:54: nach diesem Training kam er dann irgendwie zu mir und gesagt, du Jan.
00:00:58: Du musst auch nicht machen kannst du mal einen Sport?
00:01:02: Wann ist das erste Mal das Wortminister an ihrem Kopf aufgeblitzt?
00:01:05: Also wenn du in die Junge Union eintretst... und Kreisvorsitzender der Jungen Union wird, dann denken alle darüber nach wie sie irgendwann mal vielleicht was werden können.
00:01:13: Da war es das erste Mal das Wort Minister.
00:01:15: Solche Sachen spielen natürlich in der politischen Jungorganisation eine Rolle.
00:01:18: also sind junge ambitionierte Menschen die sich da für Politik engagieren egal in welcher Partei und dass dann immer scherzhaft gesagt wird Mensch du wirst bestimmt mal Minister oder sonstwas oder mancher sagt auch wird Bundeskanzler oder sowas.
00:01:30: Aber das könnte ja durchaus möglich sein als ist ja nichts ausgeschlossen ne?
00:01:33: Ja ich bin ja inzwischen nicht mehr in einer jungen Union altersmäßig rausgewachsen Insofern auch etwas realistischer, was das angeht.
00:01:40: Mir hat zum Anfang meiner Amtszeit Dietmar Woidke, der ja auch mal Innenminister war gesagt, bei diesen offiziellen Terminen fährst du nix.
00:01:46: Da wird dir immer nur gesagt alles ist gut!
00:01:48: Du musst in die Raucherecke!
00:01:50: Wie machst du das?
00:01:50: In die Raucher-Ecke?
00:01:51: Du brauchst es nicht und du willst jetzt auch nicht anfangen zu rauchen.
00:01:53: deshalb... Und die Idee, die ich manchmal mache und die manchmal ein bisschen für Unruhe sorgt, ist dass ich einfach spontane Besuche mache.
00:02:00: Die sind dann nicht angekündigt.
00:02:02: Diese Dinge, die man den Tag über erfährt und da meine ich jetzt nicht nur die Gespräche mit Polizeibeamten sondern vor allen Dingen auch so Informationen.
00:02:09: Die man als Innenminister natürlich hat über die Sicherheitslage, die nimmst du abends mit wenn du weißt das wir gerade nicht nur über eine abstrakte Bedrohungslage reden Über bedrohung aus Russland beispielsweise Sondern eigentlich Sicherheitsbehörden davon ausgehen dass es früher oder später diesen Anschlag auch geben wird auf kritische Infrastruktur zum Beispiel Mit Stromausfall und allem drum und dran Und darüber grübelst du auch in deiner Freizeit nach.
00:02:34: Das lässt sich nicht
00:02:35: los.".
00:02:43: Meinen heutigen Gast kennen viele nur aus der Politik, Dr.
00:02:46: Jan Rätmann ist Minister des Inneren und für Kommunales des Landes Brandenburg und stellvertretender Ministerpräsident.
00:02:51: Ich möchte heute mal bewusst auf den Menschen hinter dem Amt schauen – Auf sein Lebensweg, auf das was ihn geprägt hat, auf persönliche Interessen, Hobbys, auf kleine Eigenheiten.
00:03:00: Wer Jan Rätmann ist, wenn die Politik einmal Pause hat.
00:03:03: Das wollen wir mal gemeinsam rausfinden.
00:03:04: Schön dass Sie da sind!
00:03:05: Herzlich willkommen Dr.
00:03:06: Jan Rädmann.
00:03:06: Hallo Guten Tag.
00:03:08: Es wird Zeit das wir mal reden.
00:03:08: Wir haben uns ja schon auf der einen oder anderen Veranstaltung gesehen in den letzten Jahren Aber ausgiebig gequatscht haben wir noch nie, ne?
00:03:13: Ja, das stimmt.
00:03:13: Insofern haben auch noch viele Geschichten offen, die wir austauschen können.
00:03:16: Alle,
00:03:16: wir haben alle Geschichten offen.
00:03:18: Wie ist eigentlich jetzt die korrekte Ansprache?
00:03:19: Ist es Herr Rätman oder Herr Doktor Rät mann Oder Herr Stefan Redner Ministerpräsident oder Herr Minister?
00:03:24: wie hätten sie's denn gern?
00:03:25: Herr Rehtmann reicht, also diesen ganzen Flammlichkeiten können wir weglassen.
00:03:30: Ich würde das ja schön wenn Ihr Büro nämlich in diesem Fall proaktiv auf mich zugekommen ist und davon gehört hat dass es hier eine kleine feine Radiesendung gibt einen Podcast wo man den Minister auch mal vorbeischaffen kann um ein bisschen seine Geschichte erzählen zu lassen.
00:03:44: Ja Radio ist ja ein besonderes Medium.
00:03:46: also radio hören viele Leute beim Sport oder beim Fahren zur Arbeit untergleichen.
00:03:52: Und es ist nochmal was anderes als diese klassische Politikberichterstattung von Menschen, die sich so ganz dicht dran sind an der Politik und dann vielleicht jeden Tag die Zeitung lesen.
00:04:01: Aber wir machen die Politik ja nicht nur für die, die hauptberuflich im politischen Geschäft sind oder in Behörden arbeiten sondern für den ganz normalen Menschen, für denen der Mittelpunkt des Lebens ganz was anderes ist seine Familie sein Job alles auf die Reihe zu kriegen.
00:04:15: Und diese Menschen, glaube ich, hören eher bei ihnen zu.
00:04:18: Ja!
00:04:18: Sie sind ja in einer Generation groß geworden die noch Radio gehört hat und zwar richtig intensiv, neunundsiebzig geboren das heißt also sie sind also die auf jeden Fall mindestens zehn Jahre ihres Lebens mit Radio sozialisiert worden
00:04:29: Ja, würde ich sagen sogar noch ein bisschen länger.
00:04:31: Das ist natürlich... Ich bin ja in Witzstock aufgewachsen und in Wittstock hatte man auch einen ganz guten Radioempfang, was die West-Berlinersender anguckt hat, ältere Geschwister.
00:04:40: Da wurde natürlich immer Rias gehört und dann mit Sternenrekorder und Kassette wurden Songs aufgezeichnet, die man dann noch Freunden weitergegeben hat und solche Sachen.
00:04:51: Das war zu DDR-Zeiten gar nicht so einfach an die richtig gute Musik ranzukommen.
00:04:55: Und das war eigentlich mein Bezug zum Radio der sich aus der Kindheit ergibt.
00:04:59: Also waren sie früher auch schon heftiger Robkopierer, so wie ich auch.
00:05:01: Ich
00:05:02: glaube, ich blieb ja mit einer DDR gar nichts anderes.
00:05:04: Nichts anders!
00:05:06: Ja wir haben fleißig aufgezeichnet und ich habe früher die Leute verflucht, die wie ich in die Titelrein geredet haben.
00:05:11: Das passiert ja gelegentlich.
00:05:13: Ich wollte ihn mitschneiden.
00:05:15: Absolut.
00:05:16: Also das heißt Sie haben auch regelmäßig früher vom Radio gesessen und haben Sendung mitgeschnitten also zumindest die Songs da raus?
00:05:21: ...
00:05:23: war ja dann zehn, elf Jahre.
00:05:24: Da ging das so los... Ich habe das eher über meine älteren Geschwister mitbekommen,... ... die da ganz eifrig waren und da war ich als kleiner Junge mit dabei... ...und hab dann... ...war dann ganz gespannt wenn dann die beiden Sternrekorder... ...miteinander gekoppelt wurden um die eine Kassette auf die andere zu überspielen.
00:05:39: Das klingt jetzt schon ein bisschen wie Opa erzählt vom Krieg.
00:05:41: Ja weil wahrscheinlich manche Zuhörer in den jüngeren Jahren gar nicht mehr wissen was ein Rekorda überhaupt ist.
00:05:46: Oh
00:05:46: es war ne schöne Zeit!
00:05:48: Es war eine schöne Zeit und hatte auch immer so ein bisschen den... So den Hauch des Verbotenen, weil diese Westmusik ja auch nicht so gerne gesehen war.
00:05:56: Und dann hieß es natürlich gerade wenn du so ein kleiner Junge bist und sagen die alle das aber nicht drüber reden.
00:06:00: Erzähl dir in der Schule nicht darüber usw.
00:06:02: Behalt es für dich!
00:06:03: Und damit wird man dann noch groß und finde es irgendwie auch sehr spannend.
00:06:07: Ich war ja zu der Zeit staatlich geprüfter Schallplattenunterhalter, also als Sie kleine Junge waren im Mitte der achtziger ging das bei mir los Ja?
00:06:13: Und Ende der Achziger war ich schon ein bisschen weiter damit.
00:06:15: Also ich habe schon Leute mit Musik damals zum Tanzen gebracht.
00:06:18: Das war...
00:06:19: Man muss eine Quote einhalten, was
00:06:21: da liegt dabei, ne?
00:06:21: Natürlich!
00:06:21: Kennen sie die noch?
00:06:22: Ja, ich weiß nicht mehr wie die genau war, aber... Sechzig-vierzig
00:06:26: Daran hat sich aber auch niemand gehalten.
00:06:29: Aber die haben wir zwischendurch schon einen Fakt eingeworfen, der interessant ist Geschwister.
00:06:34: Das wissen ja die wenigsten, sie haben also auch eine große Familie in Wittstock.
00:06:37: Ja meine Schwester sind deutlich älter, mein Bruder ist elf Jahre älTER und meine Schwäster ist zehn Jahre äLTER bin also so ein Nachzügler der nicht so richtig geplant war.
00:06:47: Deshalb gab es für mich im Haus gar kein Kinderzimmer, sondern musste dann immer zur großen Freude meiner Geschwister ein Zimmer mit ihnen teilen.
00:06:55: Aber sie waren ja noch bald alt genug, dass die aus dem Haus waren und insofern habe ich natürlich auch die Vorzüge des Nachzügler sein.
00:07:02: Die Eltern sind ein bisschen milder... Man darf viel mehr.
00:07:06: Die älteren Geschwister gucken drauf und sagen, das haben wir aber in dem Alter alles noch nicht gedorft!
00:07:10: Wie kannst du das dem durchgehen lassen?
00:07:12: Mein Bruder war eine ganze Zeit lang davon überzeugt, dass meine Eltern bei meiner Erziehung versagt hätten.
00:07:17: und dass er als älterer Bruder hier quasi in der Pflicht wäre, nachzusteuern.
00:07:22: Das habe ich wiederum anders gesehen.
00:07:24: Natürlich!
00:07:25: Das hat unser Verhältnis eine ganze Zeit lang geprägt.
00:07:27: Aber so als Nestäkchen aufzuwachsen ist ja auch nicht das Schlechteste?
00:07:29: Das ist auch nicht die schlechteste.
00:07:31: Also ich hab mich darüber nie beschwert.
00:07:33: Ich wusste zu dem Zeitpunkt also in Ihrem Alter war damals schon, dass sich irgendwas mit Unterhaltung machen werde, will, möchte... Und Sie wussten aber noch nicht, in welche Richtung es geht.
00:07:41: oder was hatten sie denn damals für ein Berufshund?
00:07:44: Der erste Berufswunsch, der bei uns dokumentiert ist, Chef der Neuro-Pina Feuerwehr.
00:07:50: Und das liegt warum gerade Neuro-Pina Feuerwehr?
00:07:53: Das war ein Trugschluss, weil in Neuropin gibt es einen Feuerlöscherwerk.
00:07:58: Also die Feuerlöscher herstellen.
00:07:59: deshalb stand auf allen Feuerlölchern in der Schule und so immer Neuropinen drauf.
00:08:03: Und ich dachte, dass ist die Feuerwehr!
00:08:05: Das muss die größte Feuerwehr sein, die es überhaupt gibt, weil überall steht Neuropin drauf.
00:08:11: Ich weiß gar nicht, zweite, dritte Klasse oder so war für mich klar du musst Chef der Neuro Pina Feuerwehren.
00:08:18: Als Innenminister ist man ja auch für Feuerwehren zuständig.
00:08:20: Natürlich, jetzt hat das ja auch funktioniert!
00:08:22: Sie sind jetzt Chef der Neuropina-Feuerwehr und nicht nur der.
00:08:25: Insofern schließt sich an der Kreis.
00:08:27: Das war also der erste Berufsfunkfeuerwehrmann?
00:08:30: Also wirklich neuropinerfeuerwehre.
00:08:31: ganz explizit, da haben meine Eltern sich immer sehr drüber lustig gemacht.
00:08:34: insofern ist es bis heute erhalten.
00:08:38: Und dann kommen so die Sachen, die durch den Fernsehen reinkommen.
00:08:43: Damals gab's die Vorabendserien, die total erfolgreich waren Und dann kam schon Anwalt rein über Liebling-Kreuzberg.
00:08:52: Meine Krug, meine Krug!
00:08:54: Den ich super cool fand.
00:08:56: auch eigentlich muss man ja ehrlicherweise sagen hat er in der Serie als Anwaltung fast nicht gearbeitet.
00:09:01: Der hat ja immer nur mit Leuten irgendwie gequatscht.
00:09:05: Einen getrunken, irgendwelche Freundinnen gehabt und so.
00:09:08: Ich dachte, geil das Leben!
00:09:09: Das
00:09:09: ist der Anwaltjob?
00:09:11: Das will ich auch.
00:09:12: So wie der.
00:09:13: Ja, das ist doch gut.
00:09:16: Und dann haben die gesagt, gute Idee mein Sohn mach'.
00:09:18: Es gab in einer weiteren Verwandtschaft einen Rechtsanwalt, den ich mich immer unterhalten habe kommt man auf die Idee auch mal ein Praktikum zu machen in dem Bereich und so.
00:09:28: Ich würde aber nicht sagen, dass das sehr festgelegt war.
00:09:31: Erinnere mich noch gut dann... In der Zeit, als ich mich für den Studienplatz entscheiden musste, lag da war ich bei der Bundeswehr.
00:09:37: Werdienstleister und da lag dieses Formular von der Stelle wo man seine Studie, die zentrale Vergabestelle für Studienplätze gab es doch damals.
00:09:50: Und dieses Formulat lag ganz lange bei mir auf dem Tisch und ich habe das vollständig ausgefüllt gehabt.
00:09:55: außer die Ziffer Der Studienrichtung, die ich studieren will war da noch sehr schwankend und am Ende ist Jura bei rausgekommen.
00:10:06: Und das habe ich aber auch im Nachhinein nicht bereut muss ich ehrlich sagen.
00:10:08: Das kann ich mir gut vorstellen.
00:10:09: Ich meine passt ja auch gut in den Job?
00:10:10: In ihr jetziges Jobprofil passt es gut rein.
00:10:13: viele Politiker sind ja Juristen.
00:10:14: Ja, es hilft einem einfach.
00:10:17: Es hilft einem weil man das eine oder andere was so aus den Fachabteilungen kommt einfach auch aus eigener Bewertung beurteilen kann.
00:10:25: Ich muss mich nicht alleine darauf verlassen, was da jemand sagt.
00:10:29: und es gab jetzt auch schon in der Zeit als Minister war zwei drei Sachen wo ich während der Landtagssitzung einfach nach oben in die Bibliothek des Landtages gegangen bin gesagt, ich möchte mal den Kommentar zu dem und dem Gesetz haben und habe dann selber nachgegeben um das nochmal nachzulesen und mir sicher zu sein dass das wirklich so ist wie es darin steht Kommt da nicht so ganz ordentlich vor, dann sind die Mitarbeiter in der Bibliothek manchmal... Was?
00:10:51: Der Minister guckt selbst danach, es ist alles.
00:10:53: Er kann das!
00:10:54: Der ist juristisch.
00:10:55: Das brauche ich dann auch um mir selber sicher zu sein.
00:10:59: Ich will mich dann nicht nur alleine auf die Meinung anderer verlassen.
00:11:02: Aber allgemein sagt man Juristen ja auch eine gute rhetorische Fähigkeit nach und die haben sie ja von Anfang an besessen.
00:11:07: ne?
00:11:09: Klarsensprecher?
00:11:09: Ja genau, klar.
00:11:12: Wann ging das los?
00:11:14: Schon ziemlich früh.
00:11:15: Ich glaube, ich bin das erste Mal Klassensprecher geworden, so in der sechsten oder sowas.
00:11:19: Das war gleich nach der Wende... war nie auf den Mund gefallen.
00:11:25: Das glaube ich...
00:11:27: Wo kommt das her?
00:11:29: Wer ist rhetorisch gut in Ihrer Familie, von wem haben Sie das?
00:11:34: Meine Oma war mal fest davon überzeugt dass es vom Opa kommt und das hat sich dann so durchgezogen.
00:11:44: Und da gibt's auch so ein Bezug zu warum.
00:11:48: Es gibt ja relativ viele die in politischen Jugendorganisationen schwul sind Und meine These ist, das hat auch ein bisschen was damit zu tun.
00:11:59: Weil es ja statistisch belegt, dass die, die homosexuell sind brauchen ein bisschen länger um sich selbst zu finden.
00:12:05: Also ich war sowieso... War das gleich so?
00:12:06: Ja also ich war Spätsünder sowieso und alle bei uns in der Familie.
00:12:11: jeder bei uns In der Familie ist irgendwie mit einem Alter von fünfzehn- sechzehn so frustriert darüber spätzunder zu sein Das er zu seinen Eltern sagt Sag mal, wenn ihr das schon wisst und es bei euch auch so war.
00:12:23: Wie konntet ihr denn da überhaupt Kinder in die Welt setzen?
00:12:26: Das ist ja unerträglich!
00:12:28: So spät zu dazu sein... Und dann, wenn man natürlich noch nicht dem ganz normalen Weg folgt, der einem so vorgelebt wird, sondern erst einmal selber seinen Weg finden muss, dauerte alles ein bisschen länger bis man sich darüber im Klaren ist.
00:12:39: Also ich würde sagen, bis das bei mir so war, dass ich mit alldem so richtig umrein war, da war ich einundzwanzig Und vielleicht auf dem Weg dahin ist dann auch so Engagement in anderen Bereichen, bei denen man dann auch Erfolgserlebnisse hat.
00:12:54: Manchmal auch vielleicht ein bisschen Kompensation.
00:12:56: Also andere haben dann Freundinnen oder haben einen Freund und kriegen darüber auch Selbstbestätigung und du musst halt in dem Alter dann irgendwie auch damit langkommen?
00:13:04: Ja ja!
00:13:05: Ich glaube das spielt eine Rolle.
00:13:06: Das
00:13:06: heißt sie hatten das schon frühzeitig realisiert dass es so ist?
00:13:10: Ich wollte es eigentlich nicht wahrhaben.
00:13:12: Also ich wollte es in der Pubertät lange gar nicht wahr haben und habe das verdrängt, ist halt so.
00:13:18: Und eine Zeit lang habe ich die These vertreten dass dieses ganze, dieser ganze Wirbel, der so gemacht wird um Freundinnen und um Sex und alles Mögliche, dass es eigentlich unvertrieben ist, ja?
00:13:30: Dass ich dann nicht so Interesse daran hab an dieser ganzen Geschichte irgendwie ist ne...
00:13:36: ...ich lese lieber!
00:13:37: Ja genau.
00:13:38: ... tun sich da nur wichtig.
00:13:42: Das war eine Zeit lang halt die These für mich selber irgendwie vertreten und dachte, naja... Hab mir doch nicht großen Kopf mehr darum gemacht, hatte auch einen Freundeskreis.
00:13:48: Da hab ich da jetzt nicht so die großen Partygänger usw.
00:13:51: waren.
00:13:52: Und das braucht dann irgendwie länger bis dir dann irgendwie klar wird, kannst du dich da gerade selber irgendwie ein bisschen belügst?
00:14:00: Ja, dass du vielleicht selber da paar Sachen nicht wahrhaben willst.
00:14:04: Vielleicht wäre es für das weitere Leben ganz wichtig, erst mal selber darüber auch Klarheit zu haben.
00:14:07: Natürlich!
00:14:08: Und wem gegenüber haben Sie sich jetzt erstmal geoutet?
00:14:12: War's der Vater?
00:14:14: Also er ist
00:14:15: natürlich im Freundeskreis.
00:14:17: Im Freundes Kreis ist natürlich dann immer am nahen liegendsten in dem Alter.
00:14:21: mit den Leuten die da so gleichhaltig sind habe ich da den Austausch suchte.
00:14:25: und dann meine Schwester... Und ich wusste, dass das mit meinem Vater ein dickes Brett wird.
00:14:31: Das habe ich mir gedacht?
00:14:32: Also mein Vater kommt vom Bau der ist also war Schlossermeister-Bauleiter und so weiter.
00:14:39: Und das war mir immer klar von seinen Sprüchen die kamen
00:14:43: usw.,
00:14:44: dass es für ihn eine Riesending ist ja.
00:14:49: Insofern hab' ich mir dann irgendwann den... selber eine Frist gesetzt, bis wann ich es meinen Eltern gesagt haben will.
00:14:57: Weil mir schon klar war ansonsten läuft das ja irgendwie auseinander im Verhältnis zu deinen Eltern.
00:15:01: wenn du's ihnen nicht sagst dann kriegen sie von deinem Leben eigentlich gar nichts mehr mit und du verheimlichst so viel vor ihnen und dann geht dieses... Ich hab immer ein gutes Verhältniss zu meinen Eltern gehabt und mag die sehr und wollte dieses... Und wusste ich muss ihr Klarheit sorgen auch auf das Risiko hin dass jetzt hier mal ein Konflikt wird aber den müssen wir irgendwie zusammen überwinden und bin dann gedacht du musst das vorbereiten Die wissen ja eigentlich nix.
00:15:29: Und dachte, wenn die dann Wissensdurst haben nachdem du es ihnen erzählt hast musst du sie in der Hand haben wie Sie sich weiter informieren und bin nach Berlin gefahren in eine schwule Buchhandlung.
00:15:43: da gab's einen wunderbaren Buchhändler ein älteren und hab mir gesagt also diese Lage ist so ich fahre mal mit meinen Eltern und will mich bei Ihnen outen.
00:15:53: haben die bestimmt viele Fragen, ich brauche für diesen Buch.
00:15:57: Ich brauch für den Buch damit sie sich darüber informieren können und da war der total begeistert, ich glaube er mochte diese Aufgabe auch als Buchhinter und hat mir dann ein Buch empfohlen und das waren Buch-Interviews mit Eltern homosexueller Kinder Und die Interviews die da so dargestellt wurden.
00:16:17: Das waren am Ende alles ganz unterschiedlicher Rangehensweisen aber die Quintessenz war eine Die Eltern, die damit offen umgegangen sind und das akzeptiert haben, hatten danach zu ihren Kindern ein besseres Verhältnis.
00:16:30: Und die, die es nicht akzeptieren wollten, hatten sie ihren Kindern gar kein Verhältnismen mehr.
00:16:36: Ohne dass das jetzwischen uns mal ausgesprochen wurde, fand ich das eine recht subtile Weise in diese Botschaft mit auf den Weg zu geben, da jetzt nicht viel zu diskutieren ist.
00:16:45: Da ist auch nichts auszuhandeln oder so was.
00:16:48: Sondern die Sache ist so... Lass uns damit klarkommen!
00:16:51: Und habe Ihnen das Buch auch hingelegt.
00:16:53: Ich weiß, dass die beide dieses Buch durchgelesen haben und es hat mein Vater trotzdem noch bestimmt fünf sechs Monate gedauert bis er für sich selber sagte, dass er damit klar ist und ich war in der ersten Reaktion noch sehr ein bisschen Barsch.
00:17:11: Und gerade wenn man so einen Vater hatte ja natürlich so ein bisschen von naturell her eher ein Raubbein ist dann ist umso ... war für mich umso bewegender, als er dann ein paar Monate später mal irgendwie auf mich zukam mit einem Bier und mit mir anstieß.
00:17:27: Und ich dachte ... ... du, ich habe da nicht richtig reagiert?
00:17:30: Ja, ihr habt auch einen Fehler gemacht.
00:17:33: Ich finde es okay so, du bist mein Sohn... ... und bin stolz auf dich.
00:17:37: Geht dein Weg!
00:17:39: Das war für mehr echt ein bewegender Moment.
00:17:41: Ich finde das auch toll, wenn Leute sich entschuldigen statt sich immer blöd rauszureden.
00:17:45: Wenn man einen Fehler begangen hat und man sagt anschließend tut mir Leid und es ist ja keiner gefeiert davor keine Fehler zu machen.
00:17:50: Und das ist nicht mal ein Fehler die man macht.
00:17:52: Das ist halt so.
00:17:53: Es ist genetisch vorgegeben offensichtlich.
00:17:57: Und wenn man das dann rüberbringt diese Botschaft muss der andere auch dafür Verständnis aufbringen?
00:18:02: Ja es glaube ich auch gut seinen Kindern sowas mit auf den Weg zu geben ihnen das zeigen dass man das Eltern einfach auch fehlbar sind Dafür sich keiner schämen muss.
00:18:12: Liebt doch wie du willst, mein Sohn.
00:18:13: Fertig!
00:18:14: Ausrufe zeichnen.
00:18:15: Ja und dann waren sie in Potsdam auf der Uni?
00:18:17: Haben ihr einen jetzigen lebensgefährten Mann kennengelernt?
00:18:21: Mann
00:18:21: wir
00:18:21: sind so... Damals noch Lebensgefährte also damals.
00:18:24: das war eine Freundschaft.
00:18:25: die hat sie entwickelt während des Studiums.
00:18:26: ja.
00:18:27: Also wir haben uns in der Mensa getroffen Der Uni hier in Portsdam Und zu der Zeit habe ich das Studentenleben sehr genossen.
00:18:34: Das heißt ich hab auch nicht jede Vorlesung gesucht.
00:18:37: Hab bin relativ spät relativ spät.
00:18:41: die erste Mahlzeit war häufig Mittag eingenommen und bei ihm war es glaube ich auch so.
00:18:46: Und wir saßen so gegen, das war vierzehn Uhr oder so, die Mensa machte fast zu da war sonst schon gar keiner mehr und er saß auf einem anderen Tisch und aß.
00:18:57: und ich aßte auch und war da sonst allein und guckte rüber und dachte oh was ist der denn?
00:19:03: Und er gucktes um weg und wurde rot.
00:19:06: Und dann haben wir festgestellt, dass wir einen gemeinsamen Bekannten hatten.
00:19:12: Aber das Interessante war zu der Zeit waren wir eigentlich beide noch in Beziehung.
00:19:17: Sodass wir uns glaube ich beide so ein bisschen auf Wiedervorlage gelegt haben für den Fall, dass sie mal nicht im Beziehungen sein sollten und haben uns dann anderthalb Jahre später wieder getroffen auf einer Party und zu dem Zeitpunkt waren wir da beides Single sind miteinander zusammengekommen und ein Jahr später zusammen gezogen.
00:19:32: Ich finde es sehr witzig, dass Sie das im Juristen Deutsch gesagt haben.
00:19:34: Ich habe mir den mal auf Wiedervorlagen getragt!
00:19:39: War zu dem Zeitpunkt eigentlich schon klar, dass sie irgendwann mal vielleicht Ambitionen haben in die Politik zu wechseln?
00:19:44: Ja, das war zu diesem Zeitpunkt schon klar.
00:19:46: Da waren Sie schon CDU-Mitglied mit.
00:19:47: Ja, Junge Union.
00:19:48: Auf jeden Fall CDU glaube ich auch.
00:19:51: Ich war noch nicht Landesvorsitzender der Jungen Union aber auf jeden Fall schon aktiv und engagiert ja...
00:19:56: Und die haben sofort ihr großes Talent entdeckt.
00:19:58: Jemand, der gerade ausreden kann, jemand dahinter der Sache steht, jemand, der unter Umständen uns auch repräsentieren kann – den nehmen wir mal!
00:20:05: Ich war ja vorher schon Schülersprecher am Gymnasium in Witzstock und das hat mir viel Spaß gemacht.
00:20:11: Hab gemerkt, dass ich das auch ganz anständig kann.
00:20:14: Als dann die Schulzeit zu Ende ging, war halt die Frage ob ich das eigentlich weitermachen möchte mich so engagieren, mich so einbringen will weil mir das viel Freude gemacht hat.
00:20:23: Bildungspolitik war natürlich als Schülersprecher Thema Nummer eins.
00:20:26: Ich hatte ganz konkrete Vorstellungen darüber, wie Brandenburg Schulen besser werden müssten und habe mich super darüber geärgert, dass irgendwie jeder unterschiedliche Abiturprüfung schreibt und das gar nicht richtig vergleichbar ist.
00:20:36: Und eigentlich der, der eine schwere Lehre hat, der anspruchsvoller ist, eigentlich der Dumme ist ja?
00:20:41: Und diese Sachen spielen damals eine große Rolle.
00:20:45: Ich bin über dieses bildungspolitische Thema auch zur Jungen Union gekommen.
00:20:49: Für die Jungen ist Bildungspolitik natürlich immer ein Riesendingen und es gab damals im Landesschülerrat den einen oder anderen schon, der in einer Jungen-Union war und dann war das für mich eigentlich vollgerichtig, weil das meine inhaltliche Linie war, die ich als Schülersprecher schon vertreten hatte und die ich dort weiter bearbeiten konnte.
00:21:06: Ich durfte damals mal an den Bundestag reinschnuppern, als er noch im Bonn war.
00:21:09: Jugend und Politik.
00:21:10: gab's da so eine Serie?
00:21:11: Da bin ich mal mitgefahren Und dann habe ich mich so umgeschaut unter Gleichaltrigen und dachte, die wissen so viel mehr über Politik als ich.
00:21:19: Ich glaube, ich gehe doch in die Unterhaltung!
00:21:22: Weil da war wirklich ein Profundes Wissen... Also ich meine man muss ja auch einen Fable für Politik haben.
00:21:27: Das gibt Leute, die sagen von der Politik es gibt nichts Besseres.
00:21:30: und es gibt Leute die sagen, ich finde Politik eher langweilig und da muss man sich irgendwo finden in diesem... Breitenfeld, ne?
00:21:38: Ich
00:21:38: glaube bei mir war das eigentlich die ... war so dieser Moment der mich zu einem politischen Menschen gemacht hat.
00:21:43: War schon die Wende.
00:21:44: also man muss sich das vorstellen.
00:21:45: Die hat ja.
00:21:46: jeder der damals dabei war weiß es hat ein berührt hat ein unmittelbar berührt.
00:21:49: in der Familie ist wohl jeden Abend am Küchentisch über Politik diskutiert und ich war damals zehn Jahre alt.
00:21:56: aber trotzdem wir Zehnjährigen haben auf dem Schulhof wie die Kesselflicker über Politik gestritten.
00:22:01: Ich glaube nicht dass heute auf irgendeinem Schulhof zehnjährige über Politik streiten, kann ich mir kaum vorstellen.
00:22:06: Ich
00:22:06: auch nicht!
00:22:07: Es war aber damals so weil natürlich jeder kam auch unterschiedlichen Elternhäusern hat einen unterschiedlichen Blickwinkel drauf.
00:22:14: Ich komme aus einem evangelischen Elternhaus.
00:22:16: meine Eltern sind damals bei dem Montagsdemus dabei gewesen und soweit.
00:22:19: ich hatte natürlich einen anderen Blick darauf als jemand dessen Eltern irgendwie SED-Mitglieder waren.
00:22:24: ja und wir sind natürlich eher vorgefärbt durch die Meinungen von zu Hause auf den Schulhof aufeinandergeprallt und haben miteinander diskutiert dem mich weiter für Politik interessiert, bin da weiter dran geblieben.
00:22:35: Das war auf jeden Fall der Schlüsselmoment, der dazu geführt hat, dass ich manchmal aus der Schule kam und Fernseher angemacht habe und da sind Bundestagsdebatten gelaufen.
00:22:42: Ich einfach die Bundestag-Debatte hab laufen lassen und sie mir angehört als keine Ahnung, dreizehnjähriger!
00:22:48: Bereits damals hat sich gezeigt, dass der junge Mann etwas anders ist als die anderen in diesem Alter.
00:22:53: Wer interessiert sich in dem Alter mit drei Zehen für Politikdebatte?
00:22:57: Obwohl damals ging es ja noch heiß her im Bundestag.
00:23:00: Absolut und ich fand es immer so spannend.
00:23:02: Man hört diese Rede, man hört die eine Rede und denkt sich ah der hat recht!
00:23:05: Du hörst die nächste Reden und denkst, ah der hat aber auch recht.
00:23:06: Obwohl er ganz was anderes sagt!
00:23:09: Und dann so als Dreizehnjähriger hat sich denn die Aufgabe mal zu stellen raus und du denkst eigentlich wer wirklich Recht hat das abzugleichen die Argumentationswidersprüche zu entdecken ja und dem Punkt an auf den es eigentlich ankommt.
00:23:22: Das hat mir unglaublich Spaß gemacht.
00:23:23: Ja macht dir heute noch Spaß.
00:23:26: Also insofern haben sie auch die richtige Wahl getroffen bei der Wahl des Studiengangs.
00:23:30: also hat alles funktioniert.
00:23:31: dann Staatsexamen alles erledigt.
00:23:34: Und dann, wie ging es dann weiter?
00:23:36: Sie haben als Anwalt gearbeitet.
00:23:37: Genau.
00:23:38: In einer Kanzlei für Baurecht.
00:23:39: Genau!
00:23:40: Das war dann schon... Ich habe erst mal noch ein Doktorarbeit geschrieben dazwischen Auch ein Thema, was mich danach als Anwalt überhaupt nicht mehr mit zu tun hat.
00:23:48: Aber jetzt wieder... Ich habe damals den Dr.
00:23:51: Arbeit geschrieben über Parteiverbotsverfahren des NPD-Verboten damals und bin heute ganz froh, dass ich das damals gemacht habe.
00:23:58: bei den ganzen Debatten, die wir da gerade haben, AfD-Verbote
00:24:01: usw.,
00:24:01: dann macht man jetzt auch keiner so leicht etwas vor, weil es wirklich ein Thema war ... Da sitzt sie
00:24:04: drin im Thema.
00:24:04: Drei Jahre waren ja ganz intensiv auseinandergesetzt und weiß wie hoch da die Anforderungen sind und dass das keine ganz leichtfertige Geschichte ist, so wie es manchmal in der öffentliche Debatte erscheint.
00:24:13: Und ab dem Jahr zwei Tausendneun schon für einen Landtag kandidiert, bin damals nicht reingekommen und finde es im Nachhinein eigentlich ein glücklichen Umstand.
00:24:24: Noch ein bisschen Leerzeit ne?
00:24:26: Naja vor allen Dingen eine eigene berufliche Basis.
00:24:28: also wenn ich in den Landtag gekommen wäre dann hätte ich ja nicht in der Kanzlei angefangen.
00:24:34: Ich hätte nicht meinen Fachanwalt gemacht für Baurecht usw.
00:24:36: Also als die Zwei Tausendeuen nicht an den Landtag gekommen sind hatte ich einen Moment an dem ich eigentlich dachte Die politische Geschichte ist eigentlich auch vorbei.
00:24:44: Du musst dich jetzt entscheiden, du musst beruflich einen anderen Weg gehen.
00:24:47: Du setzt jetzt voll auf den Weg in einer Kanzlei und ein guter Jurist zu werden, ein gutter Anwalt zu werden hat mir auch viel Spaß gemacht, gar keine Frage.
00:24:55: Und dass sich dann später nochmal der Weg zurück in die Politik ergeben hat war im Jahr twohntausendneun gar nicht absehbar.
00:25:04: Und im Nachhinein bin ich da sehr froh drüber, weil ich glaube mich das ein bisschen ruhiger auch macht.
00:25:09: Ich habe einen Beruf in dem war ich auch erfolgreich.
00:25:12: Ich kann da jederzeit wieder anfangen...
00:25:14: Da müssen Sie erst mal nicht!
00:25:15: Erstmal sind sie ja die nächsten Jahre hier in Trocknetücher?
00:25:18: In der Politik ist man nie in Trockenentüchern.
00:25:20: Das ist so eine schneidebiges Geschäft.
00:25:22: Da kann man ganz froh sein, wenn man einfach ... weiß, dass man nicht darauf angewiesen ist.
00:25:26: Das lässt einen ruhiger
00:25:27: schlafen.".
00:25:27: Also für den Fall aller Fälle könnten sie?
00:25:29: Ja!
00:25:29: Weil Sie haben ja ein paar Jahre als Anwalt gearbeitet und da gutes Geld verdienen und Sie wissen also... Man geht nicht unter wenn man in einer Kanzlei arbeitet.
00:25:35: Anwälte haben immer zu tun.
00:25:36: es gibt immer irgendwelche Dinge über die man sich streitet.
00:25:39: Ja und das ist Baurecht Es wird immer viel gebaut.
00:25:44: Es gibt immer viele Baumengel.
00:25:45: Es sind Bauverträge die zu schließen sind und solche Sachen.
00:25:50: Dann hat mir auch sehr viel Spaß gemacht, da die Mandatten zu vertreten sich für sie halt irgendetwas auszudenken.
00:25:56: Zu argumentieren wie Sie am Ende zu Ihrem Ziel kommen das Sie gerne erreichen wollen.
00:26:01: Das ist ja oft ziemlich politisch
00:26:04: Und es taucht immer wieder auf.
00:26:05: Also als Innenminister und Minister für Kommunales kann man das immer gut gebrauchen, ne?
00:26:09: Als stellvertretender Ministerpräsident sowieso!
00:26:11: Ja ja, da gibt's ein paar Schnittmengen.
00:26:14: Eine gewisse Expertise ist vorhanden, könnte man sagen.
00:26:17: So dann ging's aber wieder zurück.
00:26:18: der Vorsitzende der CDU-Fraktion Das war zwei Tausend Neunzehn also ein paar Jahre sind ins Langte gegangen und die Parteiarbeit lief ja parallel quasi bis jemand gesagt hat wir brauchen dich.
00:26:29: Ja, ich war ja zwischen auch kommunal in einer Witzschlocker Stadtverordnetenversammlung, Fraktionsvorsitzender.
00:26:35: Ich glaube, es war das, weil lief dann so neben dem Beruf nebenbei aber ohne dass sich der beruf hatte Priorität bis zu zwei tausend vierzehn.
00:26:43: Dann kam die Möglichkeit wieder in den Landtag einzuziehen und war dann parlamentarischer Geschäftsführer.
00:26:49: und ja, es war auch eine recht turbulente Zeit innerhalb der CDU Brandenburg.
00:26:52: Da gab's auch manche Nicklichkeit die älteren unter uns wenn sich erinnern.
00:26:59: Und auch den einen oder anderen, der dann seinen Amt abgeben musste.
00:27:04: und irgendwann kam dann die Frage auf mich zu ob ich mir das vorstellen könnte fraktionsvorsitzender zu werden.
00:27:10: Ich bin ja nie in die Politik gegangen, um irgendwie jetzt in der letzten Reihe ein möglichst ruhiges Leben zu haben.
00:27:16: Sie
00:27:16: wollten schon an die Spitze?
00:27:17: Na klar!
00:27:18: Sondern hatte immer die Lust einen Schritt weiterzugehen und mehr Verantwortung zu übernehmen Erfolge zu haben.
00:27:27: Und das war immer mein Ehrgeiz, irgendwie jetzt so das wohl temperierte Klavier mit möglichst wenig Aufwand durchzurutschen.
00:27:34: Das ist nicht meins.
00:27:36: Hatten Sie zwischendurch das Gefühl?
00:27:37: Jetzt bin ich Landesvorsitzender und Spitzenkandidat.
00:27:40: Jetzt habe ich es geschafft oder ich gehe einfach den nächsten Schritt auf meinem Weg.
00:27:44: also da ist noch lange nicht Schluss?
00:27:47: Also der große Unterschied zwischen der Arbeit im Landtag, im Parlament und auch in der Partei und dem Innenministerium dass man im Innenministerium eine viel größere Gestaltungsmöglichkeit hat.
00:27:59: Also, man ist verantwortlich für einen Bereich und das was man sagt halt ein ziemliches Gewicht ja?
00:28:06: Das ist im Landtag anders da redet man mehr drüber man macht auch Vorschläge mancher wird auch sicherlich aufgegriffen mancher Vorschlag aber mir war immer klar selbst wenn du nie Minister werden solltest du bleibst nicht dann dem lang abgeordneter.
00:28:17: also Exekutive Verantwortung zu haben, tatsächlich so einen Laden zu führen.
00:28:22: Egal in welcher Größe ob das jetzt ein Landrat ist oder ob es jetzt ein Bürgermeister ist, ob das ein Geschäftsführer eines Unternehmens ist.
00:28:28: Das war schon etwas was ich gerne auch machen wollte.
00:28:31: Was auch ein bisschen mehr in der Zeit als Anwalt auch ein wenig gefehlt hat.
00:28:36: Als Anwaltung hat man natürlich eine Mitarbeiterin und man hat seine Fälle aber ist immer du selbst.
00:28:43: Man hat nicht die Verantwortung für den Team, man hat nicht eine größere Projektverantwortung in aller Regel und das war etwas was mich an der Politik ereizt hat diese Aussicht zu haben und deshalb war für mich auch klar dass ich nicht dabei stehen bleiben will beim
00:28:56: Abgeordneten.".
00:28:57: Wann ist das erste mal das Wortminister an ihrem Kopf aufgeblitzt?
00:29:01: Jetzt könnte ich hier natürlich irgendwie tiefstapeln.
00:29:03: Man könnte sagen, ja und dann ist man irgendwie keine Ahnung vom dreiviertel Jahr überrascht worden oder sowas.
00:29:08: Das ist natürlich Blödsinn!
00:29:12: Wenn du in die Junge Union eintretzt... und Kreisvorsitzender der Jungen Union wird, dann denken alle darüber nach wie sie irgendwann mal vielleicht was werden können.
00:29:21: Da
00:29:21: war es das erste Mal das Wort Minister.
00:29:24: Solche Sachen spielen natürlich in einer politischen Jugendorganisation eine Rolle.
00:29:29: also da sind junge ambitionierte Menschen die sich dafür Politik engagieren egal in welcher Partei.
00:29:34: Sie haben Inhalte für die sie streiten, sie wollen sie irgendwie umsetzen und sie wollen natürlich auch vorankommen wie andere die in jungen Jahren sich für Dinge engagieren auch.
00:29:42: und dass dann immer scherzhaft gesagt wird Mensch du wirst Stimmt mal irgendwas, Minister oder sonst was.
00:29:46: Oder mancher sagt auch wird Bundeskanzler oder sowas.
00:29:49: Das ist meist die, die wenig Ahnung haben.
00:29:50: Die sagen immer gleich der wird man Bundeskantler.
00:29:52: Aber das könnte ja durchaus möglich sein als es ist ja nichts ausgeschlossen?
00:29:55: Ja sicher aber ich bin ja inzwischen nicht mehr in einer jungen Union altasmäßig rausgewachsen und sofern noch etwas realistisch.
00:30:04: Also der Weg ist noch lange nicht zu Ende.
00:30:06: jetzt war das auch so ein Wunschresort.
00:30:09: was sie jetzt bekleiden Hätten Sie sich das ausgesucht, wenn sie unter den Ressorts die vorhanden sind eins hätten wählen können?
00:30:17: Also ich war ja in der privilegierten Situation als Landesvorsitzender tatsächlich ein bisschen wählen zu dürfen und für mich war völlig klar dass auf der Landesebene des Innenministeriums das Einflussreichste Ministerium ist auch mit dem Spannendsten wie Ich finde Aufgabenbereich.
00:30:35: Es geht nicht nur darum was mag man sondern es geht auch darum wo hat man auf der landesebene eine Zuständigkeit?
00:30:40: Das Land hat für Sicherheit, für Polizei, für Verfassungsschutz eine ganz originäre Zuständigkeit.
00:30:45: Es heißt da kann ich auch was gestalten und zeigt nicht immer nur die ganze Zeit mit dem Finger auf den Bund und beschwer mich dass da irgendwas nicht passiert sondern bin selber in der Verantwortung etwas zu tun.
00:30:55: und dann natürlich der kommunale Bereich.
00:30:58: Ich war selber in einer Stadtverordnetenversammlung im Witzstock.
00:31:03: kommunale Arbeit läuft, mit wie viel Herzblut da Ehrenamtler sich einbringen für ihren eigenen Ort.
00:31:08: Mit welchen Zwingen Bürgermeister Landräte ausgestattet sind und wie sehr sie darauf angewiesen sind auch einen Ansprechpartner zu haben der irgendwie ihre Lage auch versteht.
00:31:17: Insofern ist das eine schon ziemlich generelle Zuständigkeit die man als Innenminister hat.
00:31:26: Was sind das jetzt?
00:31:27: Hundert- und dreißig Tage oder so, die jetzt im Amt bin.
00:31:30: Die kommen ja schon rückblickend betrachtet deutlich länger vor weil sie einfach so voll sind.
00:31:34: Weil es so reich ist an Vorkommnissen, an Erinnerungen, die sich aus dieser Zeit jetzt schon ergeben.
00:31:41: Und das finde ich ehrlich gesagt großartig an diesem Job ... am Puls des Geschehens zu sein und den auch noch mitgestalten zu können.
00:31:51: Und
00:31:51: außerdem sind Sie ja noch Chef der Neuropiner Feuerwehr, das darf man... Das ist ja auch ein wichtiger Punkt!
00:31:55: Den darf man dabei ja auch nicht außer Acht lassen.
00:31:56: Genau ich mache demnächst
00:31:57: auch einen Termin in Neuroppina wo ich mich schon sehr
00:31:59: drauf... Dann müssen sie die Geschichte unbedingt auspacken sofern die nicht diese Sendung hören.
00:32:03: Das kann ja durchaus auch sein weil viele wollen natürlich auch die Personen mal kennenlernen.
00:32:07: Weil wer ist denn der Dr.
00:32:08: Jan Riedmann?
00:32:09: Wer ist denn das überhaupt?
00:32:10: Ich weiß nur ich kenne ihn nur aus dem Fernsehen wenn er da irgendwelche politischen Reden schwingt.
00:32:14: Bei uns kann man den Mann kennenlern.
00:32:15: deshalb gibt es mal eine kleine Schnellfrage-Runde.
00:32:19: Jan redet mal in neunzig Sekunden, obwohl es wahrscheinlich ein bisschen länger dauern wird.
00:32:22: aber ich stelle ihn paar Fragen und sie antworten bitte.
00:32:25: Ohne großartig drüber nachzudenken!
00:32:28: Frühaufsteher oder Nachtäule?
00:32:30: Früher auf Steher inzwischen.
00:32:31: Früher nachtäule.
00:32:34: Kaffee oder Tee?
00:32:35: Kaffees ganz klar.
00:32:36: Logisch.
00:32:36: Landstraße oder Autobahn?
00:32:38: Wenn ich Zeit habe lieber Landstraßen und dabei gute Musik hören.
00:32:42: Ja da reden wir gleich noch darüber.
00:32:44: Buche der Kindle
00:32:45: Auf jeden Fall Buch.
00:32:46: Ich finde alles, was digital ist überhaupt nicht entspannend.
00:32:49: Also dass ich beruflich so viel in digitale Geräte schaue im Urlaub immer gedruckt eine gedruckte Zeitung, ein gedrucktes Buch
00:32:55: Da bin ich aber bei Ihnen!
00:32:57: Ich liebe zum Beispiel den Geruch von gedruckten Büchern und von Zeitungen.
00:33:00: Ich liebe das einfach, ja?
00:33:01: Das kann ein digitales Gerät nicht.
00:33:03: Ich
00:33:03: will da auch einen Iselsohr reinmachen Wenn mir irgendwas gefällt oder irgendwas anstreichen, das gehört damit dazu.
00:33:10: Das können Sie jetzt mittlerweile auch machen gibt ja eine große Bibliothek die man jederzeit als Minister auch nutzen darf.
00:33:15: Playlist oder Podcast?
00:33:17: Beides ich höre relativ viel Podcast und habe aber natürlich eine Musik-Playlist ist ja logisch.
00:33:22: Darüber reden wir gleich.
00:33:23: also wie sind wieder beim Thema Musik.
00:33:24: Tanzfläche oder einer Bar stehen?
00:33:27: Also ich muss für Tanzflöche erstmal ein bisschen die eigene Hemmung überwinden.
00:33:31: Das macht man ganz gut in der Bar Und danach geht's dann rüber.
00:33:34: Also sie hätten früher nicht als ich, als staatlich geprüftes Schallplattenunterhalter die Leute zum Tanzen gewacht haben getanzt.
00:33:39: Sie hätten den Umweg über die Bar genommen.
00:33:42: Vor allem
00:33:42: in dem Alter damals.
00:33:43: Ich glaube da... glaubt heute bin ich etwas aufgetauter als damals.
00:33:47: Anzug oder Hoodie?
00:33:48: Da
00:33:49: würde ich schon eher sagen Anzug.
00:33:50: Ja passt doch besser zu ihnen.
00:33:52: Flipflops oder Slipper?
00:33:54: Ich muss grad gucken und überlegen was überhaupt der Unterschied ist.
00:33:57: Slippers sind ja mit den Bomben?
00:33:58: Genau so was z.B.
00:33:59: der Lederschuhe.
00:34:03: Slippere ich nicht.
00:34:03: Ich hab aber ein paar Flipflops.
00:34:05: Mehr oder Berge?
00:34:07: Also, ich würde gerne häufiger in die Berge fahren.
00:34:10: Mein Mann will immer ins Meer und der setzt sich in der Regel durch.
00:34:13: Ja, Hund oder Katze?
00:34:14: Hund!
00:34:15: Herzhaft oder süß?
00:34:16: Herzhaft.
00:34:17: Grillabend oder Restaurant?
00:34:19: Im Sommer geht nichts über den Grillabender.
00:34:21: Absolut.
00:34:22: Sommer oder Winter?
00:34:23: Sommer.
00:34:24: Telefonieren oder Nachrichten schreiben?
00:34:26: Nachrichten schreiben... ist effizienter.
00:34:29: Echt?
00:34:29: Sie sind die Rhetoriker!
00:34:30: Sie sind doch perfekter Rhetoreker, da habe ich gedacht sie würden nur telefonieren.
00:34:34: Ich telefoniere auch aber Nachrichten schreiben also zahlenmäßig kommt das häufiger vor und es gibt etwas was sich richtig hasse ist ein Sprachnachrichten.
00:34:41: Okay
00:34:42: Sprachnachrichten, das ist vielleicht so umständlich weil ich ganz oft in Situationen bin, in denen ich die nicht abhören kann.
00:34:48: Weil ich im Gespräch oder wenn der mir jetzt mit drei Worten einen Stichpunkt geschickt hätte per WhatsApp dann könnte ich den jetzt lesen können.
00:34:54: drauf an wir werden ein Schritt weiter und so muss sich jetzt warten vergesst es am Ende und dann kriege ich eine böse Nachricht warum mich auf die sprachen Nachricht von vorgestern nicht geantwortet habe.
00:35:01: ok redmann ich schreibe in Zukunft nachrichten Ich ruf ihn nicht an und ich schreibe keine auf keinen Fall Wortnachriften.
00:35:08: So einer Woche ohne Handy oder eine Woche ohne Auto
00:35:11: Lieber eine Woche ohne Handy, das ist für mich immer so ein Challenge im Urlaub.
00:35:17: Für mich selbst am Anfang in den ersten zwei drei Tagen lege ich selber mein Handy in den Koffer und mach's aus!
00:35:24: Das geht jetzt nur deshalb, weil mein Büro die Handynummer von meinem Mann hat.
00:35:28: wenn es wirklich Ernstes rufen die da an und der hält sein Handy dabei aber mein Handy bleibt im Koffa damit ich mich selber von diesem Ding entwöhne Die Zeit nutze und mitkriege, was um einen Rund passiert.
00:35:40: Es ist schlimmer an diesem Handy, dass man gar nicht mehr hört, dass die Vögel zwitschern, dass das Meer rauscht, solche Sachen... Davon lenkt es ein irgendwie ab?
00:35:48: Das finde ich ganz schlimm!
00:35:49: Davor sind auch Sie nicht
00:35:49: gefeit?!
00:35:50: Ja natürlich!
00:35:51: Papierkalender oder Handikalender?
00:35:53: Handikalender.
00:35:55: Ordnung oder kreatives Chaos?
00:35:57: Ich würde es kreative Chaos nennen, mein Mann, Unordnung.
00:36:04: Spontanität oder Planbarkeit?
00:36:06: Spontанität
00:36:07: Wirklich?
00:36:07: Ja.
00:36:07: Das geht, das läuft mit ihrem durchgesteuerten Geplantenleben?
00:36:13: Also ich glaube... Ich habe so verstanden dass ich mal darauf anwohne was ich gerne mag und wenn ich es mir selber aussuchen kann bin ich eigentlich lieber spontan.
00:36:21: wir haben früher, machen's bis heute so, dass wir zum Beispiel Urlaub in die Hotels gar nicht vorher buchen sondern nur den Flug und die ersten beiden Übernachtungen.
00:36:29: uns dann entscheiden spontan ob wir jetzt dahin fahren oder dahinfahren was Automieten und irgendwo durchs Land gehen.
00:36:36: Das sorgt bei mir im Büro immer noch für etwas, für Verwunderung insbesondere bei der Sicherheit die ja mit dem Ministerium verbunden ist.
00:36:46: Fensterplatz oder Gang?
00:36:47: Gang komme ich mal daraus.
00:36:49: Krimi oder Kommöle?
00:36:50: Krimy.
00:36:51: Kino oder Theater?
00:36:52: Ich gehe öfter ins Kino würde aber eigentlich lieber ins Theater gehen.
00:36:58: Der Mann hört ihr auch zu ne?
00:36:59: Ja Gut Duschen oder Baden?
00:37:01: Duschen
00:37:03: Und Fußball oder Leichterletik?
00:37:04: Dann eher Fußball.
00:37:06: Okay, da sind wir jetzt bei den sportlichen Aktivitäten bevor wir über die Musik reden weil Musik wurde ja schon mehrmals thematisiert.
00:37:12: aber ich weiß dass sie auch ein sportlicher Typ sind und auch sich wenn es die Zeit erlaubt ein bisschen sportlich betätigen.
00:37:17: und wenn man sie anschaut sieht man Sportlertypen
00:37:20: Ja so einen Specksportler würde ich sagen.
00:37:22: also Ich gehe ganz gerne ins Fitnessstudio und komme in der Regel gar nicht mehr abends zu Weil abends meist Termine irgendwie sind.
00:37:31: Favorisierte Zeit ist irgendwie jetzt so morgens zwischen, zwischen sechs dreißig und sieben dreißigt.
00:37:36: Dann ist auch immer schön leer.
00:37:37: Ich habe die Geräte alle für mich und kann dann ein bisschen trainieren.
00:37:41: Und merke, dass mir das total gut tut.
00:37:43: wenn ich das eine lange Zeit nicht mache, dann fängt es an zu zwicken in dem Alter mich inzwischen auch.
00:37:48: aber vor allen Dingen wird die Laune schlechter.
00:37:53: oft konzentriert arbeitet und sich dabei nicht bewegt, ist es glaube ich ein Zustand den irgendwie die Natur für uns Menschen nicht vorgesehen hat.
00:37:59: Also ich glaube in uns drin steckt eigentlich wenn's anstrengend wird und man sich konzentrieren muss das da irgendwie auch mit Bewegung verbunden und dann muss man das mit Sport kompensieren.
00:38:08: Und wenn es mal so einen Benefizfußballspiel gäbe zwischen der Feuerwehr Neuropin zum Beispiel und der Staatskanzlei?
00:38:14: könnte man sie darauf
00:38:15: stellen?
00:38:16: Man könnte!
00:38:17: Ich weiß nur noch nicht ob man es sollte also... Ich habe mal auf großen Wunsch meines Vaters hin angefangen, Fußball zu spielen in der C-Jugend beim FK Hansa Wittstock.
00:38:28: Und mein Vater hat dann immer beim Training sich im Wald versteckt und ich habe ihn trotzdem gesehen und hat dieses Training beobachtet.
00:38:35: und nach diesem Training kam er dann irgendwie zu mir und gesagt, Jan!
00:38:40: Du musst auch nicht machen, kannst du mal einen Sport?
00:38:44: Das hat das sehr diplomatisch formuliert würde ich
00:38:48: sagen.
00:38:49: Also Lieblingssportart ist bei Ihnen auf jeden Fall das Fitnesscenter dann
00:38:52: ja.
00:38:53: Ja also ich bin kein großer Fußballer, das will ich nicht behaupten.
00:38:55: es klingt zwar total leutzelig aber es ist nicht wahr.
00:38:57: Aber die Potsdamer Schlösserlauf würden Sie dann auch nie mitmachen.
00:39:00: Ich hab da so ein bisschen inzwischen Ambitionen gefasst, wieder mehr zu laufen.
00:39:04: Weil das auch einen Kopf schön freimacht und so habe ich mir für die nächste Zeit vorgenommen, dass wir öfter machen.
00:39:09: Vielleicht ist dann noch mal der Schlösserlauf dabei.
00:39:11: Sollte man drauf achten!
00:39:12: Vielleicht ist Herr Rätmann ja irgendwann hier im Potsam unterwegs und läuft man da unten.
00:39:17: Da sieht man immer an der Begleitung bei fünf Leuten mittelausend.
00:39:20: Die sind auf jeden Fall total fit, die Jungs und Mädels.
00:39:22: Ich glaube sie hätten da Spaß dran.
00:39:25: Wir reden über Musik.
00:39:26: Ja, ich weiß von Ihnen – das ist da was Einzige, was ich weiß – dass Sie Lindenberg-Fan sind.
00:39:30: Weil das glaube ich in der Familie Rätmann einer der gefragtesten Künstler ist ne?
00:39:35: Bei uns absoluter Säulenheiliger und bei Generationen übergreifend.
00:39:39: Und es ist natürlich ... beim Vater ist das so ein Wendeding sonderes auch nach Pankow und diese Zeit wo das auch einen ja Lindenberg hören irgendwie auch so ein kleiner Protest war, so eine kleine Protestmöglichkeit in der DDR-Zeit.
00:39:53: Mein Bruder und ich mögen eher die älteren Sachen, so aus den Siebzigern.
00:39:58: So Johnny Controletti und Andrea Doria... Und sowas.
00:40:04: Lindenberg war einer der Ersten, der dann wieder richtig gute Musik auf Deutsch gemacht hat was jetzt nicht Schlager oder so war sondern mit einer Ambition dahinter sowohl musikalisch als auch vor allen Dingen textlich.
00:40:22: Mein Musikgeschmack orientiert sich auch eher an den Texten.
00:40:25: Also der Gordon Hoffmann, der Bildungsminister ist ein guter Freund von mir und er ist Musiker.
00:40:30: Und wenn wir zusammen Musik hören und er mir einen Song vorspielt, den er gerne mag und ich ihm einen vorspielte... Ach so was gibt es?
00:40:36: ja!
00:40:36: Ja, ja sowas gibt's.
00:40:37: In letzter Zeit seltener geworden weil wir beide viel um die Ohren haben aber haben wir früher öfter gemacht.
00:40:41: dann kommt irgendwann der Punkt an dem man sagt hey das war du da hörst Jetzt sind vertonte Dichte.
00:40:47: Das hat doch eigentlich mit Musikjahr nicht zu tun.
00:40:49: Also das ist halt immer seine Kritik, weil er wirklich allein auf die Musik hört und den Takt.
00:40:57: Und dann guck mal wie der... Trompete bläst oder wie der den Bass spielt.
00:41:02: Wahnsinn!
00:41:02: Ja, und ich denk mir ja ab...
00:41:04: Hör doch mal in den Text, Mensch!
00:41:07: Der Elbhoffe, ne?
00:41:08: Der Gordon aus Wittenberge unter Wittstock also im Prinzip sind sie auch fast Nachbarn-und Parallel irgendwie so aufgewachsen.
00:41:14: Kanten Sie sich damals schon?
00:41:15: Wir haben
00:41:15: uns, wir haben uns ich glaube so um die was wahrscheinlich so zwei tausend acht oder sowas kennengelernt durch die CDU.
00:41:22: Ja, wir kennen uns schon ziemlich lange.
00:41:24: Der Lindenberg macht er jetzt, der erfüllt sich immer wieder neu.
00:41:28: Das ist ja also jemand... Der ist ja wie ein Kameleon, ne?
00:41:31: Also mögen sie die neuen Sachen zum Beispiel mit Apache auch oder ich mache mein Ding oder solche Sachen.
00:41:36: Ja, ich finde das ist ja auch was er da macht.
00:41:38: Das Neue ist ja authentisch.
00:41:40: ein bisschen Schwierigkeiten habe ich so mit achtziger Jahre.
00:41:41: Da gab es ein paar Schnulzen die so dabei waren...
00:41:45: Ich liebe dich überhaupt nicht mehr?
00:41:46: Ja!
00:41:47: Ja, das ging... Das fand
00:41:48: ich aber ganz toll, ehrlich gesagt.
00:41:49: Es tut mir leid dass ich das versammelt.
00:41:52: Bei so einem Werk, bei so hintenberg findet jeder so sein und bestimmt gibt's doch immer Lebenssituationen in denen dann so'n Lied Total super passt.
00:42:03: Mir hat das damals gut gepasst.
00:42:04: Das ist doch irgendwie so eine Sommerromanz im Urlaub und sowas, ne?
00:42:07: Ja
00:42:07: also weil in der Zeit war meine Sturm- und Drangzeit da habe ich natürlich öfter mal... Ich lieb dich überhaupt nicht mehr gehört, weil es einfach zum Thema gepastet
00:42:14: war.
00:42:15: War das nicht... Und dann später im Flieger und so weiter wird das Herz mir so schwer und so ist das nicht in dem... Ich kriege
00:42:21: ihn nicht mehr hundertprozentig zusammen!
00:42:22: Ich müsste ihn mal wieder hören ehrlich gesagt aber das ist ja gut.
00:42:24: Es ist in meinem Haus sogar wie ich mitnehme.
00:42:26: Ich höre immer wieder an die älteren Lindenberg Songs rein.
00:42:29: Ist jetzt noch mal neu, ob Schnurz oder nicht?
00:42:31: Der hat
00:42:32: sich richtig authentisch neu erfunden im Alter als er für sich selbst sein Leben sehr glaubwürdig Revue passieren.
00:42:39: lassen konnte.
00:42:40: Und die Lieder, die da zustande kamen waren ja glaube ich auch der Produzent, der man glaube ich mit Johnny Cash gearbeitet hat, er hat damit ihm zusammen diese Idee gehabt dass man es jetzt als gealterter überhaupt nicht mehr versucht jugendlich zu sein sondern sehr souverän auf seinen Leben eigentlich zurückblickt und das ist natürlich auch großartig gewesen finde ich auch.
00:42:59: Da ist
00:42:59: Herr Minister auch noch Musikexperte?
00:43:01: Das ist ja schön!
00:43:02: Das wussten viele gar nicht, dass sie sich so gut mit Musik auskennen.
00:43:06: Mit deutschsprachiger Musik, glaube ich, kenne ich mich gar nicht so schlecht.
00:43:09: Was läuft denn dann noch in der Playlist?
00:43:10: Es gibt auch ein paar jüngere Sachen also von wegen Lisbeth zum Beispiel.
00:43:15: großartig war ich im letzten Jahr beim Konzert an der Columbia Halle.
00:43:21: es war ein grandioses Konzern.
00:43:23: total aus den Socken herhauen fand ich richtig gut.
00:43:26: ja und dazwischen natürlich auch Sachen wie zwei Raumwohnungen und solche Geschichten.
00:43:31: die kann ich auch sehr gut hören.
00:43:33: Wie ist es jetzt mit Konzertbesuchen?
00:43:34: Gehen Sie mit einer Tarnkappe oder mit Personenschutz?
00:43:37: Also
00:43:37: ich kann mich eigentlich nicht vorstellen, mit Personeschutz zum Konzern.
00:43:40: Das ist schwierig zu gehen!
00:43:42: Die Frage wird sich im Verlauf des Jahres noch mal stellen... Und ich vermute, ich werde einfach ausbüchsen.
00:43:52: Ja gut!
00:43:52: Wenn Sie es vorher nicht verraten dann weiß ja keiner dass sie da sind und insofern passiert auch nichts.
00:43:57: Nehmen Sie uns mal mit in so ein Tag eines Politikers weil viele Leute sagen er ist Politiker und der verdient einen Haufen Geld und dies und das aber dass eine Politikerwoche aus sieben Tagen besteht und das mit unter auch zehn zwölf Stunden Arbeit manchmal noch mehr damit zusammenhängen?
00:44:12: Das wissen wir wenig.
00:44:13: Neben Sie sich mal mit wie sieht denn so ein tag aus bei Ihnen?
00:44:16: Ich starte in den Tag.
00:44:19: Also wenn ich zum Sport gehe dann schon meist so irgendwie um sechs oder sowas, sodass ich da noch morgens diese Stunde habe... Um schnell zu holen?
00:44:26: Ja als Fitnessstudio ist nicht soweit weg von meiner Wohnung.
00:44:28: Insofern kann ich da schnell rüber flitzen und auch wieder zurück.
00:44:31: Guck dann schon mal in die Nachrichtenlage rein oft auf Radio oder Google mal schnell was so die Lage ist oder gucke eine Pressespiegel rein.
00:44:40: Es schnell einen meisten Porridge irgendwas also Haferflocken ein paar Erdbeeren rein.
00:44:46: Irgendwas gesundes, weil man lebt noch ungesund genug den ganzen Tag über.
00:44:50: da ist es gar nicht schlecht morgens wo man es gut beeinflussen kann irgendwie möglichst beim gesunden zu bleiben.
00:44:58: dann gehen bald die so dieser Marathon an Lagebesprechungen los.
00:45:04: acht Uhr fünfzehn ist die erste Lage.
00:45:06: die mache ich dann schon meist aus dem Auto raus werde abgeholt steigen das Auto ein fange sofort an.
00:45:10: Wir machen das seitlich immer so, ist dann die acht bis fünfzehn Lage bei uns in der Partei mit den anderen Ministern.
00:45:16: Bildung Wirtschaft Fraktionen, sodass wir mal drauf gucken was liegt heute an?
00:45:21: Was ist gestern noch passiert?
00:45:22: Was müssen die anderen wissen?
00:45:23: So ein Update geht es im Ministerium und da geht die nächste Lage weiter, die reines Innenministerium betrifft.
00:45:30: Was ist in der Nacht bei der Polizei passiert?
00:45:40: Zum Glück, wie ich finde.
00:45:43: Weil ich Routine gar nicht so sehr mag immer anders.
00:45:47: Manchmal bestehen die Tage daraus, dass es ins Auto geht von Cottbus über Elster und Potsdam Mittelmarkt da sich dann acht, neun Termine anschließen und dann bin ich irgendwann abends um... Zweiundzwanzig Uhr oder so wieder zu Hause.
00:46:03: Manchmal bestehen die Tage auch daraus, dass ich hoffen Besprechungen, Rücksprachen und so weiter im Ministerium oder am Landtag drüben habe.
00:46:10: Das ist immer je nach Lage und je nach Terminplanung unterschiedlich.
00:46:15: aber ich versuche – das ist ein richtiger Kampf – irgendwie den Freiraum zu erarbeiten, auch draußen mehr zu sein.
00:46:24: Gerade in der heutigen Zeit, wo manchmal Menschen den Eindruck haben, dass irgendwie die Politik ist irgendwie Bürgerfern oder ist abgehoben.
00:46:31: Oder sie sind ja irgendwie da im Elfenbein Turm und was weiß ich?
00:46:34: Es ist glaube ich viel wichtiger denn je unmittelbar einfach den Kontakt zu suchen sich mit denen auszutauschen, die mit dem was man da entscheidet auch unmittelber betroffen sind.
00:46:43: nicht selten kriege ich von da richtig gute Hinweise.
00:46:47: also habe so die Erfahrung gemacht.
00:46:49: da war ich gerade eine Woche Minister Und bin nach Forst gefahren ins Polizeirevier.
00:46:54: Ich hatte in der Nähe einen Termin und dachte, du machst einfach vorher nochmal beim Polizeireviere ein Forst vorbeizugucken, sagst mal hallo guck sie mal so ein Polizeirevir dort an und stellte fest dass auf einmal weil das alles angemeldet und vorbereitet war da waren Drei Polizeibeamte mittleren Dienst und einer im gehobenen Dienst, also von den Dienstgraden her ja so nicht im oberen Bereich.
00:47:13: Und dann steige ich aus dem Auto aus und bin begleitet von ganz vielen Polizeipräsidium und Abteilung Ministerium und komme da mit so eine Entourage rein von sechs, sieben Leuten und von den Beamten in die Polizei.
00:47:26: Ton raus oder sehr wenig.
00:47:28: Nur alle sind sehr fast erschlagen von dieser Präsenz, die da ist und sagt das musst du zukünftig anders
00:47:35: machen.".
00:47:35: Und mir vielleicht zum Anfang meiner Amtszeit Dietmar Woidke, der ja auch mal Innenminister war gesagt, aber diesen offiziellen Termin, da fährst du nix?
00:47:42: Da wird dir immer nur gesagt alles ist gut!
00:47:44: Du musst in die
00:47:44: Raucherecke!".
00:47:48: Wie machst du das in die Raucherecke?
00:47:49: Du brauchst ja nicht und du willst jetzt auch nicht anfangen zu rauchen deshalb.
00:47:53: Und die Idee, die ich manchmal mache und die manchmal ein bisschen für Unruhe sorgt ist dass ich einfach spontane Besuche mache.
00:47:59: Die sind dann nicht angekündigt.
00:48:01: Halbe Stunde Vorlauf.
00:48:03: Wer da es ist da... Oh Gott
00:48:04: der Chef kommt!
00:48:06: Wer da's ist da?
00:48:07: aber die sind so gut.
00:48:08: diese Art von Termin weil Keine große Entourage ist nicht einfach, mich unter vier Augen mit einem Mitarbeiter der Kriminalpolizei in Neuropin darüber unterhalten kann.
00:48:19: Wie er so seine Arbeit sieht was er sich wünschen würde wie er besser werden könnte also mehr noch mehr Straftäter kriegen könnte was ihm dazu fehlt und nimmt das dann mit und lasst es einfließen in die Diskussion die wir dann im Ministerium haben oder ich immer nur von der Aktenlage arbeiten würde.
00:48:34: immer nur dass mir über sieben Instanzen hinweg irgendwie aufgeschrieben worden ist glaube ich würde echt etwas fehlen.
00:48:39: Und
00:48:40: Polizisten sind auch Wähler.
00:48:42: Leute wählen einen, die einem vertrauen.
00:48:44: Vertrauen baut man auf indem man den Leuten die Wahrheit sagt und Dinge einfach bewegt und umsetzt am Ende nicht nur redet.
00:48:55: Auch Multiplikatoren, Polizisten sind so viel unterwegs.
00:48:58: Sie kennen
00:48:58: viele Leute und Polizistinnen sind ja zum Glück ganz oft auch ehrenamtlich noch daneben engagiert.
00:49:03: Viele Poliziste sind auch Feuerwehrleute in ihrer Freizeit bei der Freiwilligen Feuerwehr oder sie sind im Sportverein engagiert und vergleichen.
00:49:10: Insofern sind die Mitarbeiter der Polizei ein Abbild der Gesellschaft insgesamt.
00:49:14: Absolut!
00:49:15: Aber das gilt für alle anderen Bevölkerungsschichten.
00:49:17: Vertrauen ist das wichtigste Gut überhaupt.
00:49:19: Und das muss man sich, sofern es im Augenblick nicht vorhanden ist, erarbeiten und das ist ein harter Job den man da täglich vor der Brust hat.
00:49:26: Aber sie sind ja angetreten um das zu machen.
00:49:28: Was hat sich denn seitdem diese das Amt übernommen haben jetzt in ihrem Leben verändert außer dass die weniger schlafen?
00:49:35: Ich glaube man... Das ist ein Amt bei dem man eigentlich gedanklich ganz selten nur so Feierabend hat.
00:49:41: Man nimmt diese Dinge die man den Tag über erfährt und dann meine ich jetzt nicht nur die Gespräche mit Polizeibeamten sondern Vor allen Dingen auch so Informationen, die man als Innenminister natürlich hat über die Sicherheitslage.
00:49:52: Die nimmst du abends mit?
00:49:54: Natürlich also
00:49:55: dass Du wenn Du weißt wie wir es ja auch gerade haben das wird gerade nicht nur über eine abstrakte Bedrohungslage reden Über bedrohung aus Russland beispielsweise sondern eigentlich Sicherheitsbehörden davon ausgehen Dass es früher oder später diesen Anschlag auch geben wird auf kritische Infrastruktur zum Beispiel Mit Stromausfall und allem drum und dran.
00:50:16: Dann gehst du natürlich nach abends nach Hause und denkst dir, ist da alles vorbereitet?
00:50:21: Kannst du guten Gewissens sagen, du hast alles gemacht um die Gefahr abzuwenden.
00:50:26: Ist da irgendwas was übersehen ist?
00:50:28: Gibt es strukturellen blinden Fleck den man nur jetzt bearbeiten kann und wenn's dann irgendwann die Lage da ist?
00:50:34: das ist zu spät.
00:50:35: also diese Diese Frage, was sind irgendwie Unknowns und du weißt es gibt ganz viel von dem, was Unknown ist.
00:50:43: Und darüber grübelst du auch in deiner Freizeit nach.
00:50:46: das lässt sich nicht
00:50:47: los.".
00:50:48: Und lässt einen manchmal auch nicht schlafen vermutlich?
00:50:50: Klar!
00:50:51: Der Innenminister hat auf seinem Handy immer bekommt diese WM-Meldung, das sind die wichtigen Ereignisse... Und natürlich gucke ich da abends vor am Schlafen irgendwie noch mal rauf.
00:50:59: Manchmal denke ich mir, Mensch jetzt vielleicht nicht nochmal aufgeguckt weil du gerade dann die Info darüber hast dass grade eine sogenannte Exekutivmaßnahme läuft also das gerade Kollegen im Einsatz sind, dass sie gerade eine Durchsuchung durchführen und dass Sie gerade in Zugriff machen, dass Sie vielleicht auch gerade jemand verletzt worden ist?
00:51:16: Und dann denkst du dir hoffentlich kommen alle heil nach Hause
00:51:20: Und Sie wissen genau, wenn sie morgens aufstehen ist das das erste Thema was auf dem Tisch liegt.
00:51:23: Genau
00:51:24: Das sorgt dafür dass man glaube ich nicht so in den Tieflaff kommt und deshalb die Leute die mal sagen ja der ist ja Politiker Ja aber er hat auch eine riesen Verantwortung
00:51:32: Ja das kommt damit weiß, dass die Polizisten alle einen guten Job machen und ich bin als Innenminister nicht der beste Polizist.
00:51:39: Dafür sind die Kollegen ausgebildet und dafür haben wir einen Polizeipräsidenten.
00:51:45: bis hin zum Revierleiter wissen die Kollegen was sie tun müssen aber es gibt halt Bereiche in denen auch du als Minister deinen Job machen musst und gefordert bist und dich nicht auf andere verlassen kannst.
00:51:55: also wenn's dann ... Wir hatten so ein Fall in Brandenburg da.
00:51:59: Das war auch einem Wochenende, da gab es halt die Nachricht das Mädchen vergewaltigt wurden und die Sorge bestand dass sie am nächsten Tag, am Montag in der Schule die Tatverdächtigen sehen würden.
00:52:13: ist das eine Sache, die dann gar nicht mehr nur was mit der Polizei zu tun hat.
00:52:15: Sondern dann mit dem Bildungsministerium auch zu tun haben?
00:52:19: und dann musst du halt sehen, dass du am Wochenende es hinbekommst, dass man irgendwie verhindert, dass diese Begegnung da am Montag in dieser Schule stattfinden kann möglicherweise.
00:52:28: Und das sind so Dinge, die stehen auf keiner Checkliste drin sondern die... Es geht einfach nur durch Mitdenken ja!
00:52:35: Und da wurde jetzt auch gerade gesagt, es geht auch am Wochenende.
00:52:38: Das heißt also als Minister und stellvertretender Ministerpräsident des Landes hat man nicht immer Wochenende?
00:52:44: Also oft hat man gar keins weil immer irgendetwas ist was man entscheiden muss oder wo man Lösungen überlegen muss.
00:52:50: zum Beispiel
00:52:51: Ja das gehört dazu.
00:52:52: Es gibt auch Wochenenden die Folgen.
00:52:54: in der Regel versuche ich zumindest einen Tag irgendwie zu haben.
00:52:56: dass wir finde ich irgendwie einen Tag frei pro Woche ist irgendwie Was man braucht weiß man ansonsten glaube ich auch nicht durchholt aber Klappt nicht immer, weil es natürlich unvorhergesehene Sachen gibt und auch Waldbrände halten sich nicht an den Kalender des Ministers.
00:53:11: Genau!
00:53:11: Und andere Eigennisse auch nicht und dann ist man da natürlich wieder drin dabei.
00:53:16: aber das ist die Kerseite.
00:53:17: wenn ich einen Job hätte haben wollen der vielleicht in Neuen oder... ... zehn Stunden am Tag absolviert ist und man dann nach Feierabend hat einen Kopf... Dann werden
00:53:27: Sie an Wald geblieben.
00:53:27: Da
00:53:27: wäre ich da vielleicht gebliebene.
00:53:28: Genau,
00:53:29: was sind denn die wichtigsten Eigenschaften, die man in Ihrem Amt braucht?
00:53:32: Klarheit, Ruhe, Disziplin, Empathie oder eine Mischung aus allem?
00:53:36: Ja das ist ganz sicher ne Querschnittsaufgabe.
00:53:39: Ich würde sagen dass allerwichtigste ist die Fähigkeit zwischen Wichtig und Unwichtig zu unterscheiden weil es einfach unglaublich viel ist.
00:53:48: dieser Geschäftsbereich hat elftausend Mitarbeiter.
00:53:51: Da passieren Ganz, ganz viele Vorgänge parallel.
00:53:55: Und es gibt nur eine beschränkte Anzahl von Dingen, um die man sich auch an einem langen Arbeitstag und in einer langen Arbeitswoche kümmern kann.
00:54:03: Das Wichtigste ist – da bin ich jetzt ja noch jung dabei und das wird sich zeigen ob ich diese Fähigkeit ausreichend entwickle.
00:54:08: Das muss ich erst mal noch beweisen – ist dafür ein guter Riecher dafür zu entwickeln, um welche Dinge man sich besser kümmert und besser sofort kümmern und welche Dinge wir noch gut laufen lassen können.
00:54:19: Wahnsinnig dessen bewusst bevor Sie das Amt angetreten haben?
00:54:22: Ja!
00:54:22: Dessen war ich mir bewusst und ich wollte diese Herausforderung insofern, wenn irgendwann einer sagt siehst er hat dann nur davon.
00:54:30: Dann hat derjenige komplett recht.
00:54:32: Wer hat Sie darauf vorbereitet?
00:54:35: Mit wem haben Sie darüber gesprochen?
00:54:36: es gibt ja immer so Vertraute die man hat Lehrmeister irgendwelche Leute die den Weg begleiten die man in solchen Situationen mal fragen kann.
00:54:44: Und jetzt muss jemand gesagt haben pass auf das was du dir davor genommen hast.
00:54:47: Das ist aber Wirklich ein dickes Brett, was da zu bohren ist.
00:54:50: Ich bin jetzt nicht neu in der Politik.
00:54:52: Insofern habe ich auch Minister schon in der Vergangenheit eng begleitet.
00:54:56: Letzte Legislaturperiode war die CDU auch eine Regierung beteiligt.
00:54:59: Ich war Fraktionsvorsitzender und andere Kollegen waren Minister.
00:55:02: Da war ich sehr unmittelbar mit dran.
00:55:04: Ich habe viel mitbekommen.
00:55:07: aber es gab zum Beispiel in den Koalitionsverhandlungen.
00:55:10: Da ist nochmal eine besondere Situation, weil du in Koalitionsverhandlungen eigentlich mit niemandem richtig sprechen kannst.
00:55:15: Weil es sind über Verhandlungsstände und das darf nicht nach außen durchdringen.
00:55:18: Und wenn du dann mit Leuten sprichst die am Ende selber möglicherweise von deinen Entscheidungen betroffen sind, kannst dir auch nicht erwarten dass du ne ganz metrale Einschätzung bekommst.
00:55:27: In den Koalitionsverhandlungen habe ich ein paar Mal mit Henrik Lüß telefoniert, mit dem ich mal in Brüssel in der WG zusammen gewohnt hab.
00:55:33: Ach guck!
00:55:35: Als ich noch Student war, glaube ich war Rechtsreferin da oder sowas und hatte eine Zeit im Brüssel und ich auch ein paar Wochen, war damals an der Brandenburger Landesvertretung und wir haben in einer WG gewohnd dort.
00:55:46: Das war ne super Zeit ja wenn... Abends wurde zusammen Pasta oder Bratkartoffeln gemacht und haben unser Bierchen getrunken.
00:55:54: Und sind seitdem miteinander recht eng, das hat in dieser Zeit mir auch echt geholfen gerade wenn es darum geht... die Ressorts, welche Vorteile, welche Nachteile.
00:56:06: Da ist natürlich einer der selber Ministerpräsidenten und das auch schon ein paar Jahre.
00:56:09: Und auch vorher schon ein Paar Jahre Minister war ein ziemlich guter Ratgeber.
00:56:12: Ja wenn man den dann fragen kann – und wenn es auch noch ein alter Kumpel ist – dem man auf eine ganz andere Augenhöhe begegnen kann und sagen ich möchte jetzt keine doofe Frage stellen aber die Frage ist halt so.
00:56:22: Haben Sie das auch dass sie denken wenn ich die Frage jetzt so stelle?
00:56:24: Dann könnte ich doof rüberkommen!
00:56:25: Ich muss mir das nochmal überlegen weil vielleicht sich fragt gar nicht doof wenn ich sie so ställe.
00:56:32: Dieses Gefühl hat man, ich versuch das aber immer so zu überwinden.
00:56:34: Also weil... Ich muss ja eine Entscheidung treffen und wenn mir irgendwas nicht klar ist, ist ja das weniger große Problem dass ich da jetzt ne Frage stelle.
00:56:45: Das größere Problem ist wenn ich ne falsche Entscheidung treffe Insofern... Dann lieber ne doge Frage gestellt Und ne richtige Entscheidung die hinten mal herauskommt als ungekehrt gut aussehen und wissen hier irgendetwas mit Scheinen selbstbewusstsein irgendwie zu entscheiden.
00:57:00: Christoph als Minister kriegst du immer so Vermerke, in denen so Sachen drinstehen und da steht immer oben rechts die Telefonnummer.
00:57:06: Das Sachbearbeit ist drauf.
00:57:07: Und das passiert schon manchmal, dass ich dann einfach mein Telefonhörer nehme und gebe diese Nummer ein und dann meldet sich einen Sachbearbeit, den ich nur nie gesehen habe der mich auch noch wahrscheinlich nie gesehen hat.
00:57:15: Ja, aus Ministerium.
00:57:16: Ich sage ja, Jan Riedmann, ich hab hier folgende Frage, denn Sie sind nicht immer ganz überrascht weil es normalerweise nicht so vorkommt, weil's nicht der Hierarchie-Ministerium und so weiter entspricht.
00:57:25: Normalerweise müsste ich dann den Geschäftsgang vermerken und alles möglich machen aber das ist mir zu langsam.
00:57:30: Was wissen?
00:57:31: Und das ist derjenige, der als Sachbearbeiter diesen Vermerk geschrieben hat.
00:57:34: Der, der Experte ist und drin ist in dem Thema!
00:57:36: Und ja kann mir die Fragen dann immer sofort beantworten aber das schaue ich mich überhaupt nicht... kann nicht alles wissen und da stehe ich auch zu.
00:57:42: Meine Maxime ist immer umgeblich mit Leuten, die besser sind.
00:57:44: das ist bei ihnen natürlich ein bisschen schwierig weil die Luft wird da oben dünn.
00:57:47: aber ich habe ja Leute um mich, die ich fragen kann in bestimmten Bereichen.
00:57:49: wenn ich nicht weiter weiß dann sage ich erzähle mir mal wie es ist usw.
00:57:52: oder damit ich die Zusammenhänge kapiere.
00:57:54: Das ist bei Ihnen als jemand der ganz weit oben ist nicht mehr ganz so einfach.
00:57:59: Ja aber das ist... Wenn's um die Besetzung auch bei uns bei den Ministerien ging war mir auch immer klar es gibt so vier vier Kernkompetenzen, die irgendwie in der Hausleitung eines jeden Ministeriums da sein müssen.
00:58:12: Es muss sicherlich eine fachliche Kompetenz da sein.
00:58:15: Die ist im Haus auch da.
00:58:17: aber es muss bei den Staatssekretären oder beim Minister je nachdem wie die so drauf sind ob sie schon vorher sowas gemacht haben, muss das irgendwie vorhanden sein?
00:58:26: Es muss eine politische Kompetent sein.
00:58:28: Das wird immer ein bisschen.
00:58:29: in der öffentlichen Debatte sagt man ja warum macht man jetzt nicht erfolgreichen Lehrer oder den erfolgreichen Schulleiter zu einem Minister, weil ein Minister kein Schulleitor ist.
00:58:39: Ja?
00:58:39: Sondern ein Minister muss halt dafür sorgen dass das ein Gesetz beispielsweise im Landtag eine Mehrheit findet.
00:58:44: Dass sein Ministerium bei Haushaltsverhandlungen nicht hinten runterfällt sondern am Ende da auch ein Stück vom Kuchen in diesem Ministerium rauskommt damit man bestimmte Dinge beschaffen kann zum Beispiel ja oder dass man auch Sachen die man sich vorgenommen hat öffentlich verkaufen kann und damit nicht hinten herunter fällt und in der Debatte untergeht.
00:59:00: es sind alles Kompetenzen, die urpolitisch sind und gar nichts mit dem Fach an sich zu tun haben aber auch irgendwie da sein müssen.
00:59:06: Ja das muss auch eine Verwaltungskompetenz sein.
00:59:08: so ein Ding zu führen, so einen Laden ist eine eigene Fähigkeit, ein eigenes Handwerk.
00:59:13: Und dann würde ich sagen, die Brandenburg-Kompetenz muss da.
00:59:16: Man muss dieses Land kennen!
00:59:18: Das bringen Sie doch mit?
00:59:20: Ja und alle bringen immer etwas davon mit selten bringt einer alles mit.
00:59:24: ja also ich habe beispielsweise vorher nie so einen großen Laden geführt und hab deshalb natürlich darauf geachtet dass ich dann Staatssekretäre habe die genau das das mitbringen.
00:59:32: also ich denke es ist schon wichtig dass man auch einfach sagt ja klar habe ich noch nie gemacht.
00:59:36: ja für mich neu muss ich jetzt darauf achten, dass wir im Team die Kompetenz aber haben damit die Sache am Ende erfolgreich wird.
00:59:43: Und das Sie die Brandenburgkompetenz mitbringen?
00:59:45: Das ist ja das Schöne dabei weil sie sind gebürtiger Brandenburger in Brandenbrück aufgewachsen.
00:59:49: Die DNA quasi mitgenommen und wir wissen wie es bei uns in diesem Land funktioniert.
00:59:53: Genau!
00:59:53: Das ist wichtig.
00:59:54: Ja und mit wem man sprechen muss, wie man die Leute auch anspricht.
00:59:58: Das gehört auch schon dazu.
01:00:00: Jetzt habe ich noch eine kleine Aufgabe für Sie Herr Riedmann.
01:00:02: bitte vervollständigen Sie folgende Sätze mein innerer Schweinehund sagt jeden Morgen
01:00:10: Du musst nichts im Sport gehen.
01:00:13: Wenn ich wirklich abschalten will, dann
01:00:16: setze ich mich in Witzschock in den Garten von meinen Eltern.
01:00:19: Menschen denken oft über mich.
01:00:20: das?
01:00:24: Das müssen sie die Menschen fragen.
01:00:26: Das würde mich aber mal interessieren.
01:00:27: wenn Sie deine Antwort haben, sagen Sie mir Bescheid.
01:00:30: Bitte ein E-Mail an infoLBBradio.de.
01:00:33: findet man auch auf BB Radio beziehungsweise über Instagram Kanäle.
01:00:36: Ich kann überhaupt nicht
01:00:38: Fußball spielen.
01:00:40: Ich verliere sofort die Geduld, wenn...
01:00:42: Irgendwas technisch nicht funktioniert.
01:00:45: Normalerweise bin ich sehr besonnen aber wenn irgendwas technisch geht wächst in mir das Gefühl irgendetwas in die Ecke werfen zu müssen.
01:00:53: Mein peinlichster Versprecher war... Da haben wir vorhin drüber gesprochen!
01:01:01: Aber sie dürfen auch.
01:01:01: vielleicht gibt es einen
01:01:03: der doch...
01:01:06: Sollt das keiner wissen?
01:01:07: Ja, ich fahr mal auf eine... Auf einer Veranstaltung in Starnsdorf und hab die Bürger einen kleinen Mach-Nur begrüßt.
01:01:16: Das liegt jetzt sehr dicht beieinander, aber es war trotzdem sehr breit.
01:01:19: Aber
01:01:19: Sie hatten ein berühmtes Vorbild?
01:01:20: Weil Brian Adams hat im Potsdam Hallo Berlin gesagt, ne?
01:01:23: Ja genau!
01:01:25: Bei meinen Brian Adams Momenten.
01:01:28: Im Büro darf auf keinen Fall fehlen – das weiß ich, die könnte ich beantworten für sie.
01:01:31: Eine Tasse Kaffee.
01:01:32: Richtig... Mein meist genutztes Emoji ist… Die benutzen gar keine
01:01:36: wahr?!
01:01:37: Doch, ich würde sagen ein Zwinker-Smiley.
01:01:39: Ja?
01:01:39: Den nehme ich auch!
01:01:40: Das ist wirklich... den nehme ich tatsächlich sehr, sehr oft.
01:01:43: Gut da haben wir eine Gemeinsamkeit.
01:01:44: Mein größtes Talent außerhalb der Politik ist...
01:01:47: Ach, ich rede mal so unheimlich über eigene Talente oder sowas aber ich glaube dass ich richtig gute Nachtgeschichten erzählen kann.
01:01:55: Mhm.
01:01:56: Na gut, da fragen wir mal den Peter da ob er das was ... Genau die Tochter kann es.
01:02:02: Kann die das schon
01:02:03: erzählen?!
01:02:04: Die hört auf jeden Fall sehr gerne zu.
01:02:05: Sie ist
01:02:06: halt eine schöne Stimme da, liegt das wahrscheinlich auch?
01:02:08: Ja, sie
01:02:08: ist zwei und gute Nachtgeschichte ist da immer ein Thema.
01:02:12: Und das glaube ich.
01:02:13: dann zum Runterkommen ist das ganz erforderlich.
01:02:15: Der Frammermann zwei oder drei Jahre nach, denn es ist ihre Tore auch in der Lage, das gut zu beantworten!
01:02:19: Das verrückteste was ich je spontan gemacht habe war...
01:02:24: Mit einem Auto von Neudeeli nach Bombay zu fahren durch Rajasthan.
01:02:31: Das dürfen Sie gern ein bisschen
01:02:32: ausführen?!
01:02:34: Der Punkt war, wir hatten eigentlich eine ganz klassische Zugfahrt gebucht von Neudehli dann auch irgendwie so Touchmarhal und so eine Sache.
01:02:42: Und ich war schuld dass wir den Zug verpasst haben.
01:02:46: Das heißt die Stimmung war richtig gut der Haushägen singen dahin in Neudehlis richtig schief.
01:02:52: Der ganze Plan irgendwie im Eimer.
01:02:55: Ich sah mich jetzt in der Pflicht zu sagen so aber ist doch gar kein Problem da machen wir halt die andere Tour.
01:02:59: und ich habe dann ein total tolle Idee und eigentlich hatte ich nur... Eine wage Vorstellung, aber das war am Ende was ... War das großartig.
01:03:07: Ein Auto sind dann durch Rajasthan durch diese vielen Orte wo diese Ratschputen da alle ihre alten Schlösser haben... Sind an Orten vorbeigekommen, an denen schon James Bond Filme gedreht wurden.
01:03:19: und es war wirklich ein richtiges Abenteuer diese Tour sich dadurch zu schlagen bis nach Bombay Und ich glaube hat dem Urlaub sehr gut getan dass wir diesen Zug verpasst haben.
01:03:31: Sehen Sie, redet man schon.
01:03:32: Deshalb ist es wichtig, dass wir dieses Gespräch heute mal gefühlt haben, weil es sind Dinge rausgekommen, die noch niemand über sie jemals gehört hat und die sich natürlich auch greifbar machen.
01:03:42: oder guckt ja das auch mit dem Auto durch innen gefahren?
01:03:45: Haben wir auch gemacht.
01:03:46: der Satz, den ich im Alltag wahrscheinlich am häufigsten sage lautet?
01:03:50: Da müssen wir auch wieder Leute fragen, die mit mir mehr zu tun haben und denen das wahrscheinlich auffällt und diese sich dann irgendwie drüber lustig machen, dass ich irgendwie einen Satz besonders häufig sage vielleicht der Sat ... Ist das jetzt wichtig?
01:04:05: Wenn Sie diese Frage im Büro stellen, dann werden die wahrscheinlich sagen ja in dem Fall ist es wichtig.
01:04:09: Das letzte worüber ich herzhaft gelacht habe war...
01:04:11: Hier die eine oder andere frage von Ihnen gerade.
01:04:13: Ja, das ist doch schön!
01:04:15: Eine gute Basis würde ich sagen.
01:04:17: Wissen sie was ich mich die ganze Zeit gefragt habe und die Frage möchte ich Ihnen gerne noch stellen wenn man als Politiker amitzeniert ans Werk geht und sagt Ich möchte jetzt hier in diesem Land etwas voranbringen.
01:04:26: Und dann malen die Mühlen Der einzelnen Prozesse so langsam, dass das einfach nicht vorwärts geht.
01:04:33: Und ich weiß nicht, zählt Geduld zu ihren Stärken oder eher nicht?
01:04:37: Ich weiß, dass es durch Ungeduld nichts schneller geht.
01:04:41: Ja, sondern ist eher... ...ich glaube man braucht so eine Hartnäckigkeit auch auf einer Mittelstrecke.
01:04:48: Also sich einmal kurz aufregen und irgendwie auf den Tisch hauen und sagen, also das geht mir alles nicht schnell genug damit erreichst du ja nix, sondern erreichen tust du nur was, an dem du über einen längeren Zeitraum hinweg ganz konsequent dranbleibst.
01:05:04: An diesem Punkt sehr regelmäßig nachfragst.
01:05:07: ich habe so ein kleines blaues Büchlein und das schreibe ich mir immer die Sachen rein von denen ich selber möchte dass ich sie nachhalte unter den wenn man ja bisschen Luft ist ich noch ein bisschen zurück blättere und dann mal gucke und denke ach stimmt war es eigentlich aus der Sache geworden so einen Drucklevel aufrecht zu erhalten, damit Dinge vorangehen und auch alle die mit einem zu tun haben wissen dass sie nicht darauf hoffen können das er schon wieder vergisst.
01:05:34: Aber haben Sie gedacht, dass Dinge einfach schneller realisiert werden können als sie jetzt in der Praxis realisiert wird?
01:05:38: Ja
01:05:40: klar.
01:05:41: also wenn du da nicht drin steckst sind hier viele Dinge gar nicht bewusst die im Zusammenhang stehen.
01:05:48: Ich habe manchmal den Eindruck, dass eines unserer größten Probleme ist auch ein gewisser Perfektionismus.
01:05:55: Ich hab das gerade erst gestern bei der Diskussion erlebt, da geht es um Liegenschaftsplanungen bei der Polizei.
01:06:00: also wann kann was baulich ertüchtigt werden?
01:06:01: und so weiter... Da versucht man in der Planung ganz exakt den Bedarf abzudecken Obwohl wir wissen, dass die Realisierung noch ein paar Jahre dauern wird.
01:06:10: Und natürlich in dieser Phase ändert sich der Bedarf wieder und dann fangen alle mal wieder von vorne an.
01:06:15: Anstatt man von vornherein sagt okay, wir brauchen hier was... Wir wissen der Bedarf, den können wir schon mal grob ermitteln.
01:06:21: Da bleibt aber immer eine Unschärfe drin und wenn sich da ein bisschen was daran verändert muss ich nie wieder von vorne anfangen sondern ich mach das jetzt mal!
01:06:27: Ich baue das jetzt Mal und wenn wir insgesamt viel schneller fertig sind.
01:06:31: manchmal glaube ich wirklich zu perfektionistisch in Deutschland und Perfektionismus ist ineffizient.
01:06:41: Kanäle immer an und dann stelle ich fest, dass wenn irgendwelche Postings von ihnen dort veröffentlicht werden das die Leute nach wie vor immer auf diesen Roller wieder zu sprechen kommen.
01:06:50: Immer wieder gibt es irgendwelchen Kommentare dazu und ich denke ist das nicht irgendwann mal vorbei?
01:06:55: Ist das jetzt so ein Markel den sie mit sich rumtragen weil Sie irgendwann einmal unter Alkohol mit dem Roller gefahren sind und dabei erwischt wurden?
01:07:02: oder ist das eine Sache wo Sie mittlerweile sagen erstes halt passiert und ich habe mich entschuldigt und fertig
01:07:06: Ja, also wenn man so einen Fehler macht dann muss man damit leben.
01:07:11: Social Media ist jetzt auch kein realistisches Abbild von dem was die Leute denken sondern da gibt es halt ein paar Trolls wer weiß wo sie herkommen wer weiß für wen sie arbeiten die offenbar den Auftrag in sich verspüren bei jedem Post das Gleiche unterzuschreiben.
01:07:26: Es sind auch immer einige wenige Personen, die sowas machen und da mache ich mir noch nicht mal die Mühe, das irgendwie zu löschen oder zu verbergen oder irgendwie sowas.
01:07:35: Das sollen sie drunterschreiben wenn ihre Lebenszeit das hergibt und Sie nichts Besseres damit anzufangen wissen, dann bin ich gegenüber recht gleichgekühlt.
01:07:44: Ich habe mich selber über den Fehler sehr geärgert hat mir das sehr schwer verziehen diesen einfach dieses Maß an Professionalität nicht aufgebracht zu haben was eigentlich von mir von mir gefordert werden kann und angemessen gewesen wäre, da bin ich ja mit mir selbst ins Gericht gegangen.
01:08:02: Und das ist eine viel... anstrengender und viel tiefgehendere Prozess als jetzt ein Kommentar, der da irgendwo immer mal wieder erscheint.
01:08:13: Wenn ich bei den Leuten bin, wenn ich in Diskussionen bin dann wird es übrigens noch als Gag angesprochen und meistens auch nicht den Witz
01:08:20: selber.".
01:08:22: Das ist das Beste, damit umzugehen!
01:08:23: Wissen Sie warum ich niemals Politiker hätte werden können?
01:08:26: Weil... Ich gerne Entscheidungsfälle von denen ich der Meinung bin, dass sie richtig sind.
01:08:30: Das ist in Ihrem Fall ja auch so.
01:08:32: aber Sie wissen von vornherein wenn Sie eine Entscheidung zugunsten des Landes fällen das ein gewisser Teil der Menschen damit nicht einverstanden ist und die Ich möchte ja gern dieses everybody's die da irgendwie hinkriegen das haben Sie ja niemals Und das wissen Sie von vorne rein Dass das niemals erreicht werden kann weil immer irgendwelche Leute egal wie gut Die Entscheidung Ist Nicht Einverstanden Sind.
01:08:51: Ja
01:08:51: Wie Gehen Sie damit um?
01:08:52: Das ist so.
01:08:53: das muss man vorher Wissen ... für mich ist wichtig, dass eine gute Entscheidung getroffen wird.
01:09:01: Und am Ende gehört zu dem was ich mache... ...zudem was ich ablieferere gehört auch dazu... ...grade zu stehen wenn Gegenwind kommt und gerade zu stehen... ...wenn Menschen Dinge nicht so gut finden.
01:09:15: Wenn ich selber davon überzeugt bin das es die richtige Sache ist... ...dass es am Ende dem Land nützt dann verstehe ich das als meine Pflicht ist durchzusetzen.
01:09:23: Und Durchsetzen heißt auch Widerstände überwinden.
01:09:26: Und wenn ich das nicht machen würde, wenn ich jetzt nur Dinge machen würde die unumstritten sind, die keinen Widerspruch hervorrufen würden dann wären die Entscheidungen schlechter und dann wäre ich ein schlechterer Politiker.
01:09:40: Aber schön ist es, wenn man Leute, die anderer Ansicht sind, davon überzeugen kann dass die Entscheidung, die man gefällt hat am Ende eine gute war.
01:09:47: Oft kriegt man ja auch ein gewisses Verständnis auch gezeigt.
01:09:51: also keine Zustimmung aber zumindest die Nachricht... Ich kann es nachvollziehen.
01:09:57: Also, wo hast du's mir jetzt erklärt?
01:09:58: oder Sie haben es mir jetzt erklärt?
01:10:00: Ich sehe was da für ein Zwang dahinter steht und dass sie das jetzt so entschieden haben okay ja ist etwas... Das muss ich jetzt mit leben.
01:10:07: Ich sehe, es ist nicht aus bösen Willen draus passiert oder weil einer mich nicht leiden kann oder sowas, sondern weil es eine Notwendigkeit gibt und die Entscheidung, die jetzt getroffen wurde, eine bessere ist.
01:10:18: Wenn ich das, das Erreiche dieser Einsicht dann habe
01:10:23: Sie haben damals mal gesagt, es ist wichtig als Politiker nicht die Bodenhaftung zu verlieren.
01:10:27: Und das Gefühl habe ich bei Ihnen.
01:10:28: Bleiben Sie bitte dabei!
01:10:30: Also sie sind Brandenburger mit Leib und Seele, mit Herz und wollen dieses Land voranbringen und das ist gut.
01:10:35: Dabei wünsche ich Ihnen viel Erfolg.
01:10:36: Danke schön.
01:10:37: Jetzt haben wir einmal eine Stunde kurz in ihr Leben reingeschaut... Bist du schon rum?
01:10:41: Ja, wir sind schon eine gute Stunde durch und dabei ist mir aufgefallen vom Gefühl her dass wir bestimmt um fünfzig Prozent der Geschichten, die noch in Ihren Schlummern nicht erzählt haben
01:10:50: Richtig?
01:10:50: Kann schon sein.
01:10:52: Das heißt, wir machen irgendwann mal ein Jan-Rätmann-Update und hören ob Sie in zwei drei Jahren den Blick auf die Politik und auf Ihr Amt immer noch genauso haben wie heute.
01:11:02: Und dann schauen wir mal, in welche Richtung das geht!
01:11:04: Ich wünsche Ihnen auf jeden Fall alles Gute bedanke mich dass sie da waren.
01:11:07: im zehnten Jahr des WB Radio Mitternachtstalks sind sie aufgetaucht.
01:11:11: Haben Sie das eigentlich voll schonmal wahrgenommen?
01:11:13: Ja ich habe es schon Mal wahrgenommen eher als Podcast nicht in der Live Variante.
01:11:16: Na ja, da
01:11:17: schlafen sie auch ab null Uhr.
01:11:18: ist er.
01:11:19: Sie hatten ja auch schon einige spannende Gäste da.
01:11:22: Und einer dieser spannenden Gästen waren sie, ich freue mich, dass die da waren!
01:11:25: Bei mir war Dr.
01:11:25: Jan Redmann.
01:11:26: Ich wünsche Ihnen alles Gute und bis zum nächsten Mal
01:11:28: Vielen
01:11:35: Dank.
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